Mehrere EU-Staaten haben im September weiter Energie aus Russland gekauft, darunter nach Daten des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) auch Frankreich und die Niederlande. Die Sanktionen stoppten die Importe demnach nur teilweise.
Die fünf größten Importeure aus der EU zahlten im September zusammen 1,6 Milliarden Euro für fossile Brennstoffe aus Russland. Die EU bezog dabei vor allem LNG und Pipelinegas.
Die LNG-Importe in die EU stiegen im Monatsvergleich um 60 Prozent. Russland erhielt dafür 615 Millionen Euro von EU-Staaten.
Frankreich kaufte im September LNG im Wert von 446 Millionen Euro, nach Angaben von CREA acht Lieferungen und ein Plus von 103 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Niederlande erhielten zwei LNG-Ladungen im Wert von 116 Millionen Euro, Portugal ebenfalls LNG. Spanien bekam im September erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs keine LNG-Lieferung.
Für Pipelinegas zahlten EU-Staaten 817 Millionen Euro, vor allem aus Ungarn, der Slowakei und Bulgarien. Rund 17 Prozent der verbleibenden Importe entfielen auf Rohöl, das vollständig über die Druschba-Pipeline in die Slowakei und nach Ungarn transportiert wurde.
Trotz eines EU-Verbots für Ölprodukte aus russischem Rohöl wurden im September 2026 sieben Lieferungen aus Raffinerien entladen, die russisches Rohöl verarbeiten. Sechs davon kamen aus der indischen Raffinerie Jamnagar, eine aus Tupras Izmit in der Türkei. Drei Lieferungen gingen nach Italien, zwei nach Rumänien sowie je eine nach Spanien und Zypern; drei weitere wurden in Kalecik im türkisch kontrollierten Nordzypern gelöscht, wo EU-Recht nicht gilt.
Raffinerien in Indien, der Türkei und Brunei exportierten im September 2026 Ölprodukte im Wert von 1 Milliarde Euro in Länder, die Sanktionen verhängt hatten. Nach Schätzungen von CREA stammten Produkte im Wert von 295 Millionen Euro tatsächlich aus russischem Rohöl; der Rest wurde in den betroffenen Raffinerien verarbeitet, aber aus anderen Herkunftsländern bezogen.
Die EU hat nach Angaben des Artikels bislang 21 Sanktionspakete gegen Russland beschlossen. CREA hält die bestehenden Maßnahmen nur für teilweise wirksam und spricht sich dafür aus, die Preisobergrenze zu senken.
