In Deutschland hat die Arbeitslosigkeit unter Akademikern einen neuen Höchststand erreicht. Laut einem ZDF-Beitrag steigt sie stärker als die Gesamtarbeitslosigkeit, während künstliche Intelligenz zunehmend klassische Aufgaben für Berufseinsteiger übernimmt.
Betroffen sind nach Angaben des Beitrags vor allem Hochschulabsolventen, die den Einstieg in den Arbeitsmarkt suchen. Die schwierigen Bedingungen werden demnach sowohl mit der schwachen Konjunktur als auch mit dem wachsenden Einsatz von KI erklärt.
Zu den rund 335.000 arbeitslosen Menschen mit Hochschulabschluss in Deutschland gehört Friederike Rochell. Die 29 Jahre alte Volkswirtin hat Wirtschaftswissenschaften studiert, vor ihrem Masterabschluss bereits zwei Jahre gearbeitet, etwa 80 Bewerbungen verschickt und bislang keine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten.
Sie sagte: „Man fängt auch an, an sich selber zu zweifeln. Also gerade wenn man, wie in meinem Fall, seit gut einem Dreivierteljahr auf Jobsuche ist.“
Im Beitrag heißt es, KI übernehme zunehmend Aufgaben wie Recherche, Datenanalyse sowie das Erstellen von Vorlagen und Präsentationen. Besonders betroffen seien administrative, kreative, beratende und juristische Bereiche.
Anne-Sophie Mayer von der LMU München sagte, sehr gut ausgebildete Menschen hätten zunehmend Schwierigkeiten, überhaupt zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. „Sehr gut ausgebildete Leute haben zunehmend Schwierigkeiten, überhaupt zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden“, sagte sie.
Die Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt– und Berufsforschung schätzen, dass bis 2040 rund 800.000 Jobs wegfallen könnten, zugleich aber in ähnlichem Umfang neue Stellen entstehen. IAB-Arbeitsmarktforscher Enzo Weber spricht deshalb von einem Umbruch und nicht von einem generellen Einbruch der Beschäftigung.
Für den Arbeitsmarkt verändert sich damit vor allem der Zugang für Berufseinsteiger. Laut dem Beitrag werden Routineaufgaben häufiger automatisiert, während menschliche Fähigkeiten wie Analyse, Kundenkontakt und Verantwortungsübernahme wichtiger werden.
Auch Unternehmen reagieren darauf. PwC-Personalchefin Petra Raspels sagte, Arbeitgeber fragten gezielt KI-Kenntnisse nach; das wirke sich auch auf die Bezahlung von Beschäftigten mit solchen Fähigkeiten aus. Rochell will sich nach eigenen Angaben im Bereich künstliche Intelligenz weiter qualifizieren.
