US-Justizministerium wirft Oxygen Forensics Verschleierung russischer Verbindungen vor
US-Justizministerium wirft Oxygen Forensics Verschleierung russischer Verbindungen vor

US-Justizministerium wirft Oxygen Forensics Verschleierung russischer Verbindungen vor

September 29, 2026
1 min. lesezeit

Washington, 28. September 2026 – Medien berichteten unter Berufung auf Angaben des US-Justizministeriums, dass die in den Vereinigten Staaten registrierte Firma Oxygen Forensics faktisch von russischen Staatsbürgern geführt worden sei. Das Unternehmen ist auf digitale Forensik und die Auswertung von Daten elektronischer Geräte spezialisiert.

Nach diesen Angaben wurde die Software des Unternehmens in Russland entwickelt. Sie sei an Strafverfolgungsbehörden in den USA, Deutschland und weiteren westlichen Staaten geliefert worden, außerdem in von der Europäischen Union finanzierten Projekten zum Einsatz gekommen. Zugleich sei die Software russischen Sicherheitsbehörden, darunter dem Föderalen Sicherheitsdienst, angeboten worden.

Die US-Behörden werfen der Unternehmensleitung vor, die russische Kontrolle über die Firma sowie den Entwicklungsstandort nach der Verhängung von Sanktionen im Jahr 2022 verschleiert zu haben. Das US-Justizministerium betont dem Ausgangsmaterial zufolge jedoch, dass die Anklage derzeit weder das Vorhandensein schädlichen Codes noch einen unbefugten Zugriff auf Kundensysteme behaupte.

Die im Zusammenhang mit dem Fall beschriebenen Sicherheitsrisiken beruhen teilweise auf möglichen Szenarien und nicht auf bestätigten Nachweisen. Die Entwicklung von Software innerhalb der russischen Rechtsordnung könne den Angaben zufolge Druck durch russische Geheimdienste erleichtern. Zudem werden mögliche Umgehungen von Sanktionen, versteckte Funktionen und eine unbemerkte Datenerfassung als theoretische Risiken genannt.

Besonders sensibel sei der Einsatz der Software zur Extraktion von Daten aus Mobilgeräten. Im Ausgangsmaterial wird als mögliches Risiko genannt, dass dadurch Beweismittel, Kontakte, Geodaten und Arbeitsmethoden westlicher Sicherheits- und Justizbehörden offengelegt werden könnten. Belege dafür, dass solche Daten tatsächlich abgeflossen sind, werden dort nicht genannt.

Als weitere mögliche Folgen werden eine Beeinträchtigung der Integrität digitaler Beweise, Druck auf Richter, Ermittler und Sachverständige sowie eine Einflussnahme auf Verfahren gegen russische organisierte Kriminalität oder Spionage beschrieben. Auch ein theoretischer Missbrauch von Servern und Aktualisierungsmechanismen zur Verbreitung schädlichen Codes wird als Risiko angeführt.

Der Fall könnte nach Einschätzung des Ausgangsmaterials eine umfassende Überprüfung ausländischer Software in der Strafverfolgung sowie der Lieferantenkontrollen westlicher Sicherheitsbehörden nach sich ziehen. Unklar bleibt, ob und in welchem Umfang die genannten potenziellen Risiken tatsächlich eingetreten sind.

Bericht bei der Deutschen Welle

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