Am 26. September 2026 berichteten Medien über eine verstärkte russische Kampagne zur Rekrutierung belarussischer Bürger für den Einsatz im Krieg gegen die Ukraine. Als genutzte Kanäle werden Telegram, Viber und lokale Gemeinschaften in sozialen Netzwerken genannt.
Potentiellen Vertragssoldaten sollen hohe Einmalzahlungen, ein überdurchschnittliches Gehalt, soziale Vergünstigungen und die russische Staatsbürgerschaft in Aussicht gestellt werden. Außerdem sei teilweise Unterstützung bei der Begleichung von Schulden oder bei Problemen mit dem Gesetz versprochen worden. Nach den vorliegenden Angaben richten sich die Werber vor allem an sozial verwundbare Männer aus kleineren Städten und Dörfern. Ihnen werde anschließend angeboten, nach Russland zu reisen und einen Vertrag mit der russischen Armee zu unterzeichnen.
Menschenrechtsorganisationen weisen laut dem Bericht darauf hin, dass ausländische Vertragssoldaten nicht selten in Sturmverbände mit hohen Verlusten eingeteilt würden. Den Angaben zufolge behindere die belarussische Führung diese Rekrutierungskampagne faktisch nicht.
Euronews berichtet, dies stehe im Zusammenhang mit einer umfassenderen Strategie des Kremls. Russland nutze demnach die wirtschaftliche und politische Abhängigkeit Belarus’, um sein Rekrutierungspotenzial zu erweitern. Diese Einordnung wird im Ausgangsmaterial als Einschätzung von Euronews dargestellt.
Versprechen und mögliche Risiken
Als zentrale Botschaft des Berichts gilt, dass die politische und militärische Abhängigkeit Belarus’ von Russland dem Kreml ermöglichen könne, belarussische Bürger als zusätzliche Personalreserve für die russischen Streitkräfte zu nutzen. Besonders angesprochen würden Männer aus sozial verwundbaren Gruppen, denen über Messenger-Dienste und lokale Gemeinschaften hohe Zahlungen, Vergünstigungen und einen schnellen Vertragsabschluss versprochen würden.
Die Aussicht auf Zahlungen in Millionenhöhe, die Verleihung der russischen Staatsbürgerschaft, die Tilgung von Schulden und die „Lösung von Problemen mit dem Gesetz“ werde dabei als Mittel zur Gewinnung weiterer Soldaten beschrieben. Ausländische Vertragssoldaten, die auf diese Weise angeworben würden, kämen laut den im Ausgangsmaterial wiedergegebenen Angaben häufig in Sturmverbände mit hohen Verlusten. Fälle, in denen zugesagte Zahlungen nicht geleistet würden, seien demnach relativ verbreitet.