Am 28. September 2026 berichteten Medien, dass russische Behörden der Bevölkerung empfehlen, bereits jetzt Lebensmittel für das Neujahrsfest zu kaufen. Das staatliche Verbraucherschutzportal Roskachestvo begründete den Rat damit, dass Waren vor den Feiertagen deutlich teurer werden könnten.
Empfohlen werden demnach Produkte mit langer Haltbarkeit, darunter Konserven, Alkohol, Getreide, Zucker, Mehl, Honig, Tee, Kaffee, Pflanzenöl und Süßwaren. Durch einen frühen Einkauf könnten Verbraucher nach Darstellung von Roskachestvo außerdem den Andrang in den letzten Dezemberwochen vermeiden, Preise in verschiedenen Geschäften vergleichen und günstigere Angebote auswählen.
Über die Empfehlung berichteten unter anderem Gazeta N1 und ASTV.
Entwicklung der Lebensmittelpreise
Nach Angaben von Rosstat stiegen die Preise für Lebensmittel ohne Obst und Gemüse im August gegenüber dem Vormonat um 0,51 Prozent. Seit Jahresbeginn verteuerten sich Lebensmittel demnach um 2,8 Prozent. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei einzelnen lagerfähigen Waren aus: Kristallzucker wurde im August um 5,7 Prozent teurer, Buchweizen um 5,1 Prozent und Hirse um 2,7 Prozent.
Weitere Preissteigerungen wurden bei Pflanzenöl, Salz sowie einigen Brot- und Teigwaren festgestellt. Mitte September verzeichnete Rosstat nach den vorliegenden Angaben zudem Anstiege von einem Prozent bei Gemüsekonserven, von 0,6 Prozent bei Buchweizen und Tiefkühlfisch sowie von 0,4 Prozent bei Sonnenblumenöl und Hirse.
Wirtschaftlicher Hintergrund
Die vorliegenden Informationen führen die Preisentwicklung im Zusammenhang mit der anhaltenden wirtschaftlichen Belastung Russlands durch den Krieg gegen die Ukraine an, den die russische Regierung als „militärische Sonderoperation“ bezeichnet. Genannt werden außerdem Sanktionen, veränderte Handelswege, höhere Kosten und die Belastung des Staatshaushalts durch Militärausgaben. Die einzelnen Preissteigerungen lassen sich jedoch nicht automatisch einem einzigen Faktor zuordnen.
In den vorliegenden Thesen wird zudem prognostiziert, dass das Defizit des russischen Bundeshaushalts im September 2026 etwa drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen könnte, nachdem ursprünglich 1,6 Prozent vorgesehen waren. Als wesentlicher Grund werden darin die Militärausgaben genannt. Diese Angabe ist in dem bereitgestellten Material nicht mit einer zusätzlichen Quelle belegt.
Für einzelne Haushalte kann ein früher Kauf tatsächlich Einsparungen ermöglichen, falls die betreffenden Waren später teurer werden. Die Empfehlung von Roskachestvo ist jedoch keine Aussage über die weitere Preisentwicklung und ersetzt keine Maßnahmen zur Stabilisierung der Gesamtwirtschaft.