Bericht über angebliche antisemitische und verschwörungstheoretische Äußerungen von Jordan Bardella
Bericht über angebliche antisemitische und verschwörungstheoretische Äußerungen von Jordan Bardella

Bericht über angebliche antisemitische und verschwörungstheoretische Äußerungen von Jordan Bardella

September 30, 2026
1 min. lesezeit

Ein am 28. September 2026 veröffentlichter Bericht des französischen Mediums Mediapart stellt die Frage nach der weiteren Entwicklung der Partei Nationale Sammlungsbewegung (RN). Dem Bericht zufolge soll Parteichef Jordan Bardella in privaten Nachrichten aus den Jahren 2013 bis 2015, also aus der Anfangsphase seiner politischen Laufbahn, antisemitische und verschwörungstheoretische Äußerungen gemacht haben.

Mediapart erklärte, über Dutzende schriftliche Dokumente zu verfügen. Deren Echtheit habe das Medium nach eigenen Angaben mehrere Monate lang geprüft. In den Dokumenten sollen unter anderem Aussagen über eine „jüdische Vorherrschaft“ und eine „neue Weltordnung“ unter der Kontrolle Israels enthalten sein. Die Vorwürfe sind damit durch die Veröffentlichung eines Mediums dokumentiert, ihre inhaltliche und rechtliche Bewertung bleibt jedoch umstritten.

Bardella wies die Anschuldigungen entschieden zurück. Er bezeichnete die veröffentlichten Materialien als „grobe Fälschungen“ und beauftragte seinen Anwalt, Klage gegen Mediapart einzureichen. Auch Marine Le Pen stellte sich hinter ihn und bezeichnete die Veröffentlichung als Versuch, den Präsidentschaftswahlkampf zu diskreditieren.

Der Vorgang fällt in eine Phase, in der sich die RN seit mehreren Jahren vom antisemitischen Erbe ihres Parteigründers Jean-Marie Le Pen zu distanzieren versucht. Beobachter der Parteientwicklung sehen in den Vorwürfen daher ein mögliches Problem für das von Bardella geprägte Bild eines moderaten Politikers. Sollte sich die Echtheit der Dokumente bestätigen, könnte dies nach dieser Einschätzung darauf hindeuten, dass radikale und fremdenfeindliche Überzeugungen bereits zu Beginn seiner politischen Laufbahn vorhanden waren. Ob seine heutige gemäßigte Rhetorik politischen Erwägungen folgt, bleibt eine nicht belegte Interpretation.

Die Veröffentlichung könnte zudem die Strategie der RN erschweren, ihre neue Führung und den personellen Kern der Partei vom antisemitischen und radikalen Erbe Jean-Marie Le Pens abzugrenzen. Sie wirft zugleich die Frage auf, in welchem Maß die gegenwärtigen Führungskräfte und maßgeblichen Parteikader antisemitische, fremdenfeindliche oder verschwörungstheoretische Überzeugungen tatsächlich überwunden haben. Dafür liefert das vorliegende Material keine abschließende Antwort.

Zum Bericht von Euronews

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