Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), hat sich für eine Bundespräsidentin aus Ostdeutschland ausgesprochen. „Ich finde, die Zeit ist reif, wieder für ein ostdeutsches Staatsoberhaupt“, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Kaiser ergänzte: „Warum sollte die nächste Bundespräsidentin nicht eine kluge Frau aus Ostdeutschland sein?“
Die Politikerin stellte ihre Forderung anlässlich des Tags der Deutschen Einheit in den Zusammenhang mit fortbestehenden Unterschieden zwischen Ost und West. Nach ihren Worten gibt es weiterhin große Differenzen bei Einkommen und Vermögen.
Zugleich kritisierte Kaiser, dass Ostdeutsche in Führungspositionen nicht ausreichend vertreten seien. Mehr ostdeutsches Spitzenpersonal in der Politik sei deshalb nötig.
Sie sieht Ostdeutschland seit der Wiedervereinigung als wirtschaftliche Innovationsregion, wichtigen Wissenschaftsstandort und Brücke nach Osteuropa. Wenn die Spitzen der Bundesrepublik am 3. Oktober in Bremen zum Festakt zusammenkämen, falle zudem erneut auf, dass derzeit niemand von ihnen aus Ostdeutschland stamme.
In Bremen beginnen die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit bereits am 2. Oktober, der zentrale Festakt ist für den 3. Oktober vorgesehen.