Die Vorsitzenden der Grünen-Bundestagsfraktion, Katharina Dröge und Britta Haßelmann, erklären die bisherige Strategie ihrer Partei gegen die AfD für gescheitert. In einem fünfseitigen Impulspapier schreiben sie, alle bisherigen Versuche, der AfD etwas entgegenzusetzen, hätten nicht ausgereicht.
Das Papier wurde an die Grünen-Abgeordneten verschickt. Dröge und Haßelmann übernehmen darin auch Verantwortung für die eigene Partei und schreiben, für das Erstarken der in Teilen rechtsextremen AfD seien alle demokratischen Parteien mitverantwortlich.
Die Grünen wirkten in ihrem Bemühen, das demokratische System zu schützen, auf zu viele Menschen wie Verteidiger eines Status quo, der im Alltag nicht gut funktioniere. Stattdessen, so die Fraktionsvorsitzenden, müssten die demokratischen Parteien spürbare Lösungen für die Probleme der Menschen anbieten, um besser gegen die AfD zu bestehen.
Besonders in strukturschwachen Regionen fänden die Versprechen der Rechtspopulisten Gehör. Das Impulspapier erscheint in einer Phase, in der die AfD bundesweit und besonders in mehreren ostdeutschen Ländern stark auftritt.
Im ARD-DeutschlandTrend vom 1. Oktober 2026 lag die Partei bei 27 Prozent und damit vor der Union. Aktuelle Analysen berichteten zudem über deutliche AfD-Erfolge bei Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
In Sachsen-Anhalt erschwert die starke AfD bereits die Regierungsbildung.