Europäische Autoaktien haben am Mittwoch nach einem kurzen Auftrieb durch mögliche EU-Beschränkungen für chinesische Hybridfahrzeuge wieder nachgegeben. Belastet wurde der Sektor zugleich von einem breiteren Ausverkauf an den Märkten und schwächeren Premiumwerten.
Der Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts hatte seine jüngste Erholung zunächst fortgesetzt, rutschte später aber ins Minus und lag zuletzt 0,6 Prozent tiefer. Die Hoffnung auf Schutzmaßnahmen gegen Importe aus China stützte den Sektor nur vorübergehend.
Bloomberg berichtete unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, die Europäische Kommission könnte Beschränkungen verhängen, nachdem die Verkäufe von in China hergestellten Hybridfahrzeugen in Europa deutlich gestiegen seien. Nach dem Bericht entfallen inzwischen ein Viertel der Gesamtverkäufe auf diese Fahrzeuge.
Oxcap Analytics deutete den Bericht als Hinweis darauf, dass die EU ein schnelleres WTO-Schutzverfahren prüft. Dieses könnte zeitweise Einfuhrbeschränkungen wie Strafzölle oder Kontingente ermöglichen.
In Paris stiegen Stellantis und Renault im Tagesverlauf zeitweise um etwas mehr als sechs Prozent, gaben einen Großteil der Gewinne aber wieder ab. Am frühen Nachmittag lagen die Titel noch etwas mehr als ein Prozent beziehungsweise knapp drei Prozent im Plus.
Mercedes-Benz gehörte mit einem Minus von 3,6 Prozent zu den schwächsten Werten im Dax. BMW verlor 3 Prozent. Volkswagen-Vorzugsaktien lagen zuletzt 1,4 Prozent höher, Porsche Automobil Holding SE gewann 2,2 Prozent.
Zu den stärkeren Werten im MDax zählten Schaeffler mit plus 2,7 Prozent und Aumovio mit plus 4,8 Prozent. Porsche AG gab leicht nach.
Der Konzern verfolgt im Rahmen seiner strategischen Neuausrichtung „Sportwagenschmiede ’35“ unter anderem größere Kostensenkungen und einen stärkeren Fokus auf margenstarke Fahrzeuge.
