Eine Mehrheit der Deutschen lehnt den geplanten weiteren Anstieg des Pflegeversicherungs-Zuschlags für Kinderlose ab. In einer Forsa-Umfrage für das RTL/ntv-„Trendbarometer“ hielten 54 Prozent die Erhöhung für unfair, 42 Prozent für fair.
Forsa befragte am 2. und 5. Oktober 1.002 Menschen. Bei Anhängern der Regierungsparteien fiel das Ergebnis anders aus: 55 Prozent der Union-Anhänger und 51 Prozent der SPD-Anhänger bewerteten die Erhöhung als fair.
Unter Grünen-Anhängern sahen 57 Prozent den Schritt ebenfalls positiv. Bei AfD-Anhängern äußerten sich 75 Prozent kritisch.
Besonders deutlich war die Ablehnung bei den 30- bis 44-Jährigen: 62 Prozent fanden die geplante Erhöhung unfair. Bei den Befragten ab 60 Jahren war das Bild ausgeglichen, 48 Prozent bewerteten den Schritt als fair und 48 Prozent als unfair.
Nach den Regierungsplänen soll der Zuschlag zum 1. Januar 2027 von 0,6 auf 0,9 Prozentpunkte steigen. Kinderlose Beschäftigte tragen den Beitrag allein, Arbeitgeber beteiligen sich nicht. Die Bundesregierung rechnet damit, dass die Maßnahme 2027 zusätzliche Einnahmen von rund 3,3 Milliarden Euro bringen soll.
Die Erhöhung ist Teil einer breiteren Reform, mit der die Pflegeversicherung finanziell stabilisiert werden soll. Die Debatte dreht sich damit auch um die Frage, ob Pflege stärker über Einkommen, Alter oder familiäre Verantwortung finanziert werden sollte.
