Sachsens Lehrer protestieren gegen Pläne des Kultusministers
Sachsens Lehrer protestieren gegen Pläne des Kultusministers

Sachsens Lehrer protestieren gegen Pläne des Kultusministers

April 8, 2025
1 min. lesezeit

Der Sächsische Lehrerverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft haben zu mehreren Protesten gegen die geplanten Maßnahmen des Kultusministeriums zur Unterrichtsversorgung aufgerufen. Beginn der Protestaktion ist am Dienstag in Leipzig. In den kommenden beiden Tagen sind Aktionen in Chemnitz beziehungsweise Dresden geplant – jeweils am Nachmittag nach Schulschluss.

Abminderungsstunde erst ab 63

Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) hatte Mitte März einen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung vorgestellt. Die Pläne sorgten vor allem bei Lehrkräften für Unmut. Insbesondere die Verschiebung der Altersermäßigungen von 58 auf 63 Jahre stieß auf Kritik sowie die geplante Abordnung von Grundschul- und Gymnasial-Lehrkräften an Oberschulen. Künftig sollen Lehrkräfte erst ab dem 63. Lebensjahr eine Wochenstunde Ermäßigung – eine sogenannte Abminderungsstunde – erhalten.

Verband fordert mehr Wertschätzung für Lehrkräfte

Lehrer und Gewerkschaften sehen in den Plänen einen „Affront gegen die Lehrkräfte und Schulleitungen“. Sie bedeuteten „eine erhebliche Mehrbelastung“ und werde von den älteren Lehrern als Missachtung ihrer langjährigen Leistungen empfunden. Der Lehrerverband fordert die Rücknahme der vorgestellten Pläne und schlägt stattdessen eine freiwillige Teilzeit von 58 Jahren sowie eine angemessene Bezahlung jeder Mehrarbeitsstunde vor, damit Lehrkräfte länger im Schuldienst bleiben.

Conrad Clemens - Kultusminster in Sachsen

Kultusminister Conrad Clemens will von seiner Linie nicht abweichen – trotz Protesten aus der Lehrerschaft.Bildrechte: picture alliance/dpa | Sebastian Kahnert

Minister verteidigt seine Linie

Sachsens Kultusminister Conrad Clemens hat die Verschiebung der sogenannten Altersermäßigung für Lehrer gegen Kritik verteidigt. Clemens sagte dem MDR, vor allem an Oberschulen im ländlichen Raum falle über 20 Prozent Unterricht aus. Bei der Verschiebung der Altersermäßigung gehe es darum, dass Lehrer an anderer Stelle entlastet würden, um sich dann auf den Unterricht zu fokussieren.

Laut Clemens wurden zum Winterhalbjahr 900 neue Verträge mit Lehrkräften, Seiteneinsteigern und pädagogischen Fachkräften abgeschlossen. Zudem gebe es so viele Bewerber wie noch nie

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