Ein Mann sitzt auf einer Bank vor einem Gebäude und blickt auf die Fassade.

Bundesweite Asylklagen dauern länger, Sachsen liegt bei 20,4 Monaten hinten

Oktober 11, 2026
1 min. lesezeit

Asylklagen gegen Entscheidungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge haben im ersten Halbjahr bundesweit im Schnitt 15,3 Monate gedauert. Sachsen war mit 20,4 Monaten das Schlusslicht unter den Ländern.

Die Verfahrensdauer nahm damit gegenüber dem Vorjahr zu. 2024 hatte der Mittelwert bei 16,7 Monaten gelegen, 2021 dauerte ein Verfahren im Schnitt noch 26,5 Monate.

Deutlich schneller arbeiteten im ersten Halbjahr die Verwaltungsgerichte in Rheinland-Pfalz mit 9,2 Monaten und in Bayern mit 10,7 Monaten. Niedersachsen lag mit 20 Monaten ebenfalls im oberen Bereich.

Die Bundesregierung nennt als einen Grund für die längere Dauer die gestiegene Zahl der Asylklagen. Zum 15. August waren bundesweit 196.315 Verfahren anhängig.

Für 2025 hatte die Bundesregierung im Durchschnitt 14,3 Monate ausgewiesen; der Dezember war in dieser Berechnung noch nicht enthalten.

Asylverfahren laufen in zwei Stufen: Zunächst entscheidet das Bamf über den Antrag, anschließend können Betroffene die Entscheidung vor dem Verwaltungsgericht überprüfen lassen. Beim Bamf selbst ging die durchschnittliche Bearbeitungszeit im ersten Halbjahr auf 11,3 Monate zurück.

Im vergangenen Jahr hatte sie bei 12,2 Monaten gelegen, 2024 noch bei 8,7 Monaten. Die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems trat erst am 12. Juni in Kraft und kann den Rückgang nach Darstellung des Textes noch nicht erklären.

Von Anfang Januar bis Ende August überprüfte das Bamf zudem den Schutzstatus von 10.064 Menschen aus Syrien. In knapp 27 Prozent der Fälle wurde der Schutzstatus widerrufen.

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