Jens Spahn hat seinen Platz im Haushaltsausschuss des Bundestags aufgegeben. Der CDU-Politiker will sich nach eigenen Angaben zunächst auf seinen Wahlkreis und seine Familie konzentrieren.
Der Schritt folgt auf eine erneute Debatte um seine zweitägige Abwesenheit in der vergangenen Sitzungswoche. Spahn soll sich mit seiner Familie auf Sardinien aufgehalten haben, während der Haushaltsausschuss in Berlin tagte.
In einer Nachricht an die Unionshaushälter erklärte Spahn, alles um seine Person sei derzeit so politisiert, dass normales Arbeiten kaum möglich sei. Zugleich schrieb er, sein Rücktritt im Juli sei noch zu frisch, um wieder voll durchzustarten, als wäre nichts gewesen.
Spahn behält sein Mandat im Bundestag und ist damit vorerst nur noch einfacher Abgeordneter. Der 46-Jährige sitzt seit 24 Jahren im Parlament und war zuvor Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium sowie Bundesgesundheitsminister.
Im Juli hatte er bereits den Vorsitz der Unionsfraktion niedergelegt, nachdem die Debatte über die Beschäftigung einer Leihmutter Empörung ausgelöst hatte. In den vergangenen Wochen gab er außerdem den CDU-Bezirksvorsitz im Münsterland ab.
Spahn war erst vor kurzer Zeit in den einflussreichen Haushaltsausschuss gewechselt. Berichten zufolge sollen nach einer Aussprache in der Arbeitsgruppe Haushalt mehrere Mitglieder seinen Ausschluss aus dem Gremium gefordert haben; die Fraktionsspitze habe daraufhin eine Bewährungsfrist bis zum Jahresende vorgeschlagen.
