Die Berliner Linke hat nach ihrem Wahlerfolg den Weg für Gespräche über eine mögliche Regierungsbildung freigemacht. Die Delegierten entschieden am Freitagabend auf einem Parteitag mit deutlicher Mehrheit, Sondierungen mit Grünen und SPD aufzunehmen.
Nach Parteiangaben soll dabei geprüft werden, ob ein Bündnis unter Führung der Linken politisch und organisatorisch zustande kommen kann. Formelle Koalitionsverhandlungen sind damit noch nicht beschlossen.
Rechnerisch wäre im Berliner Abgeordnetenhaus ein Zusammenschluss von Linken, Grünen und SPD möglich. Vor allem Sicherheit, der Schutz jüdischen und queeren Lebens sowie der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus waren schon zuvor Gegenstand erster Gespräche zwischen Linken und Grünen.
Die Grünen haben für eine mögliche Sondierungsrunde bereits ein Team benannt. In der SPD gibt es sowohl Befürworter einer Zusammenarbeit als auch Vorbehalte.
Ein Streitpunkt bleibt die Forderung der Linken, große Wohnungskonzerne gegen Entschädigung zu vergesellschaften. Die Grünen stehen dem Vorhaben grundsätzlich offen gegenüber, während die SPD im Wahlkampf eine andere Linie vertreten hatte.
Die Sondierungen sind nicht mit Koalitionsverhandlungen gleichzusetzen. Sollte es keine Einigung geben, wäre rechnerisch auch ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD denkbar.