Bremens Bürgermeister und Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte hat den Anspruch der AfD auf Patriotismus und Nationalstolz zurückgewiesen. In einem Gespräch im Politico-Podcast „Berlin Playbook“ sagte der SPD-Politiker mit Blick auf die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen: „Das lasse ich überhaupt nicht gelten, dass von da aus Nationalstolz reklamiert wird“.
Bovenschulte bezeichnete sich selbst als „Verfassungspatriot“. Nationalstolz bedeute für ihn, stolz auf das zu sein, was Deutschland als Nation erreicht habe. Dazu zählte er Menschenwürde, Freiheit und Demokratie.
„Für Recht und Freiheit steht die AfD nun überhaupt nicht“, sagte Bovenschulte. Er warf der Partei vor, einem großen Teil der Bevölkerung die gleichberechtigte Teilhabe zu verwehren. Außerdem stehe sie nicht für freie Medien, unabhängige Gerichte oder freie Wissenschaft.
Die Abgrenzung gegenüber der AfD verteidigte Bovenschulte ausdrücklich. Die Brandmauer richte sich gegen politische Kräfte, die Menschenwürde, Freiheit und Demokratie ablehnten und für eine ethnisch homogene Volksgemeinschaft stünden.
Die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit finden in diesem Jahr in Bremen statt. Die Stadt richtet sie vom 2. bis 4. Oktober aus. Bovenschulte soll das Bürgerfest eröffnen und als Bundesratspräsident an der offiziellen Zeremonie teilnehmen.
Er rief dazu auf, stärker auf die Leistungen der Wiedervereinigung zu blicken. Deutschland sei in einem Geist von Freiheit, Demokratie und Menschenwürde vereint worden.