Karl Lauterbach hat sich gegen eine Koalition von SPD, Linken und Grünen in Berlin ausgesprochen und Antisemitismusvorwürfe gegen die Linke als schwerwiegend bezeichnet. Im Videoformat „Spitzengespräch“ des „Spiegels“ sagte der SPD-Politiker: „Ich hoffe, dass ein solches rot-rot-grünes Bündnis nicht zustande komme“.
Auf die Frage, ob er den Vorwurf mit Blick auf die Linke in Neukölln für gerechtfertigt halte, antwortete Lauterbach, dies sei aus seiner Sicht der Fall. Zugleich wandte er sich gegen eine Gleichsetzung der Linken mit der AfD.
Lauterbach sagte, eine „gesichert verfassungsfeindliche Partei“, die innerhalb der Demokratie deren Überwindung anstrebe, sei etwas anderes als eine Partei, die Enteignungen fordere. Die Formulierung bezog er auf die AfD und die Linke.
Die Linke, die Grünen und die SPD hatten nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit aufgenommen. Am 8. Oktober verständigten sich die drei Parteien auf eine gemeinsame Vereinbarung zum Umgang mit Antisemitismus, Rassismus und organisierter Kriminalität und kündigten Sondierungsgespräche an.
Die Gespräche sind damit noch keine Koalitionsverhandlungen. Nach der Wahl hatte die bisherige CDU-SPD-Koalition ihre Mehrheit verloren.
