Nach den Niederlagen der CDU in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern dringt Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt auf eine rasche Neuausrichtung seiner Partei. Der CDU-Politiker sagte in Erfurt der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die anstehende Beratung des Parteipräsidiums in Berlin: „Wir brauchen zügig eine Trendumkehr“.
Am 11. Oktober will das CDU-Präsidium in Berlin über die Folgen der drei Landtagswahlen vom September sprechen. Voigt sagte, auch die Länder würden sich an der Debatte beteiligen. Statt weiterer Erklärungen brauche es sichtbare Ergebnisse und konkrete Verbesserungen für die Menschen in Deutschland.
Als inhaltlichen Schwerpunkt nannte Voigt einen „Teuer-Stopp“ bei den Energiepreisen. Das normale Leben müsse für normale Menschen wieder bezahlbar werden, sagte der 49-Jährige.
Der Druck auf die Union ist nach den drei Abstimmungen gestiegen: In Sachsen-Anhalt verlor die CDU fast 20 Prozentpunkte und kam auf 17,2 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern zog sie erstmals nicht in den Landtag ein. In Berlin wurde sie von der Linken auf den zweiten Platz verwiesen.
Das Aus an der Fünf-Prozent-Hürde in Mecklenburg-Vorpommern nannte Voigt eine „historische Wahlniederlage“. In Sachsen-Anhalt lag die AfD nach dem Ergebnis fast bei der absoluten Mehrheit.
Welche konkreten Konsequenzen die CDU aus der Beratung am 11. Oktober zieht, ist noch offen.