Am 28. September 2026 ordnete der russische Präsident Wladimir Putin per Dekret an, Vermögenswerte der deutschen Metro-Gruppe in Russland vorläufig zu verwalten. Darüber berichteten Medien am 29. September. Die Maßnahme betrifft nach den vorliegenden Angaben 91 Großhandelsmärkte in 51 Regionen.
Dem Dekret zufolge wurden 100 Prozent der Anteile an den Gesellschaften Metro Verhaus Noginsk, METRO Cash & Carry und Retail Property 5 der Verwaltungsgesellschaft UK Torg RUS übertragen. Nach Angaben des Informationssystems SPARK gründete der amtierende Geschäftsführer von METRO Cash & Carry in Russland, Johannes Tolai, diese Gesellschaft am 8. September.
Für das Geschäftsjahr 2024/2025 belief sich der Umsatz des russischen Metro-Geschäfts den Angaben zufolge auf 2,6 Milliarden Euro. Die Investitionen in russische Märkte betrugen in diesem Zeitraum 43 Millionen Euro.
Bericht der Deutschen Welle zur Maßnahme
Einordnung der vorliegenden Darstellung
Im bereitgestellten Kontext wird die Übertragung als Teil eines Vorgehens gegen ausländische Unternehmen aus Staaten bewertet, die Russland als „unfreundlich“ einstuft. Als weitere betroffene europäische Unternehmen werden Auchan, Nestlé und Strukturen von Leroy Merlin genannt. Diese Einordnung und die daraus abgeleiteten Aussagen sind im Ausgangsmaterial enthalten, stellen jedoch keine unabhängig verifizierte Bewertung dar.
Demnach besteht die rechtliche Konstruktion darin, die Kontrolle über ausländische Vermögenswerte auf eigens gegründete russische Strukturen zu übertragen. Im Fall von Metro sei die Verwaltungsgesellschaft kurz vor dem Erlass des Dekrets registriert worden. Die vorliegende Darstellung behauptet, dass europäische Muttergesellschaften dadurch den Zugang zur Geschäftsführung, zu Dividenden und zu ihren Vermögenswerten verlieren könnten.
Weiter wird im Ausgangsmaterial argumentiert, dass für europäische Unternehmen, die nach 2022 in Russland geblieben seien, eine Strategie des Abwartens zunehmend riskant werde. Zunächst sei die Ausfuhr von Dividenden eingeschränkt worden; anschließend seien Vermögenswerte lokalen Strukturen übertragen worden. Außerdem wird behauptet, Russland habe sich von einvernehmlichen Ausstiegsmodellen entfernt, bei denen ausländische Unternehmen ihren Geschäftsbetrieb mit einem hohen Abschlag verkaufen konnten.
Die Übertragung der operativen Kontrolle an lokale Führungskräfte wird dort als Instrument beschrieben, mit dem die Versorgung, Arbeitsplätze und der Betrieb der Handelsnetze aufrechterhalten werden könnten. Zugleich, so die Darstellung, würden europäische Anteilseigner dadurch von der Leitung und den Finanzströmen ihrer Unternehmen abgeschnitten. Ob und in welchem Umfang diese Folgen im konkreten Fall eintreten, geht aus dem vorliegenden Material nicht hervor.