Katherina Reiche spricht vor hellem Hintergrund und hebt eine Hand.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (Archivbild): Ihr Ministerium hat den Energiekonzern Sefe angewiesen, zusätzlich acht Terawattstunden Gas einzuspeichern. (Quelle: Michael Matthey/dpa/dpa-bilder)

Kellner wirft Reiche verspätete Gasbeschaffung und 150 Millionen Euro Mehrkosten vor

Oktober 11, 2026
1 min. lesezeit

Grünen-Politiker Michael Kellner wirft Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche vor, zusätzliche Gasimporte für den Winter zu spät veranlasst zu haben. Nach seiner Darstellung hat das mehr als 150 Millionen Euro an Mehrkosten verursacht.

Reiche steht damit wegen ihrer Strategie zur Sicherung der deutschen Gasversorgung in der Kritik. Nach Angaben von ntv soll das bundeseigene Energieunternehmen Sefe vom Ministerium angewiesen werden, zusätzlich acht Terawattstunden Gas zu kaufen und einzulagern.

In der auf eine schriftliche Frage Kellners verwiesenen Antwort wird demnach nicht erklärt, nach welchen Kriterien diese Menge festgelegt wurde. Kellner sagte, das Ministerium könne nicht begründen, warum genau acht Terawattstunden eingekauft würden.

Die Bundesnetzagentur bezifferte den Füllstand der deutschen Gasspeicher zuletzt auf 59,4 Prozent. Sie stuft die niedrigen Füllstände als ernst ein, sieht die Versorgungssicherheit derzeit aber nicht gefährdet.

Bis zum 1. November müssen die Speicher die gesetzlich vorgeschriebenen Füllstände erreichen. Das Ministerium begründet den Kurswechsel mit anhaltenden geopolitischen Risiken und der angespannten internationalen Lage.

Eine Sprecherin verwies gegenüber ntv auf den Krieg mit Iran und Störungen wichtiger Transportwege als Belastungsfaktoren für die Energiemärkte. Das Ministerium weist den Vorwurf zurück, die Entscheidung komme zu spät, und hält daran fest, dass Sefe die zusätzlichen Mengen so günstig wie möglich beschaffen solle.

Kellner hatte Reiche bereits länger vorgeworfen, staatliche Eingriffe in den Gasmarkt abzulehnen. Nach seiner früheren Kritik hätte ein früheres Handeln im Sommer deutlich geringere Kosten verursacht.

Unabhängig überprüfbar ist diese Rechnung in dem Bericht nicht. Der Artikel macht zugleich deutlich, dass die genauen Kriterien für die bestellte Menge offenbleiben.

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