Der Agri-PV-Spezialist Next2Sun hat für zwei Tochtergesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die Anträge für die Next2Sun Technology GmbH und die Next2Sun Mounting Systems GmbH gingen am 5. Oktober beim Amtsgericht Saarbrücken ein.
Nach Angaben des in Dillingen in Saarland ansässigen Unternehmens sieht Next2Sun die zentrale Ursache der Krise in einer ausstehenden EU-Freigabe für eine Förderung der Agri-Photovoltaik. Geschäftsführer Sascha Krause-Tünker zufolge war die Förderung 2024 noch unter der damaligen Bundesregierung sowie Bundestag und Bundesrat beschlossen worden, die nötige Zustimmung aus Brüssel fehle jedoch bis heute.
Das Unternehmen erklärte, dadurch seien Aufträge eingebrochen und der Umsatz binnen eines Jahres auf die Hälfte gefallen. Unmittelbarer Auslöser der Insolvenzanträge war demnach ein gescheiterter Kapitalrundgang. Am 2. Oktober hatte Next2Sun die Kapitalmaßnahme für gescheitert erklärt.
Nach aktuellem Stand ist nicht die gesamte Gruppe betroffen. Die Next2Sun AG und die Next2Sun Projekt GmbH sind nach Unternehmensangaben nicht Teil des Verfahrens, laufende Projekte sollen fortgesetzt werden.
Von der Entwicklung sind nach Unternehmensangaben rund 140 Beschäftigte an Standorten in Deutschland, Österreich, Polen und Japan betroffen. Krause-Tünker schloss Kürzungen beim Personal nicht aus; zugleich läuft die Suche nach Investoren weiter.
