Der vorläufige Insolvenzverwalter von Galeria Kaufhof, Frank Kebekus, rechnet nach eigenen Angaben mit einer raschen Einigung über die Finanzierung des laufenden Geschäfts. Zugleich hält er das Warenhausmodell in Deutschland weiter für tragfähig, auch wenn am Ende voraussichtlich nicht alle 83 Standorte fortgeführt werden.
Das Amtsgericht Düsseldorf hatte Kebekus als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Galeria Kaufhof ist erneut in die Insolvenz gegangen; in dem Bericht ist von der vierten Pleite die Rede.
Der Betrieb läuft zunächst weiter. Alle 83 Filialen sollen vorerst offen bleiben.
Die Insolvenzmittel sind gesichert. Nach Angaben von Kebekus können damit die Löhne der Beschäftigten für bis zu drei weitere Monate bezahlt werden.
Kebekus führt intensive Gespräche mit Lieferanten und mit dem Hauptgläubiger, dem US-Investor Gordon Brothers, über die Finanzierung des laufenden Geschäfts. Er zeigte sich zuversichtlich, dass an diesem Wochenende eine finale Einigung über ein sogenanntes Massendarlehen erreicht werden könne.
„Wir sind natürlich sehr glücklich, dass sich die Arbeitsverwaltung dieser Meinung angeschlossen hat (…), sodass wir jetzt in der Lage sind, den Mitarbeitern das Insolvenzgeld für bis zu drei Monate auch fort zu finanzieren“, sagte Kebekus. Zugleich betonte er: „Ich bin der festen Überzeugung, dass das Warenhaus in Deutschland (…) schon seine Berechtigung hat“.
Ein dauerhafter Fortbestand aller Standorte ist nach seiner Einschätzung aber unwahrscheinlich. „Dass am Ende vermutlich nicht alle 83 Standorte fortgesetzt werden können, das wird wahrscheinlich so sein“, sagte Kebekus.
Für Kundinnen und Kunden im Weihnachtsgeschäft gebe es keinen Anlass zur Sorge, sagte er.
