Die Bundeswehr hat für 2025 deutlich mehr offiziell erfasste Fälle sexualisierten Fehlverhaltens gemeldet als 2023. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums stieg die Zahl von 402 auf 469, wie Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf eine Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag berichtete.
Für das laufende Jahr wurden demnach außerdem 186 Fälle sexueller Belästigung, 15 sexuelle Übergriffe und 29 Vergewaltigungen registriert. In den vergangenen drei Jahren wurden 91 Soldaten wegen ihres Verhaltens aus dem Dienst entlassen.
Das Ministerium führt die Meldungen auch auf die weiter geringe Zahl von Frauen in der Truppe zurück. Der Anteil liegt bei Berufssoldaten bei 10,3 Prozent, bei Soldaten auf Zeit bei 15,3 Prozent und bei freiwillig Wehrdienstleistenden bei 15,5 Prozent.
In den Bereichen Militärmusik und Sanitätsdienst ist der Frauenanteil höher. Zugleich lässt das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr eine Dunkelfeldstudie erstellen; Ergebnisse werden für Ende 2026 erwartet.
Unabhängig davon wurden am Dienstag neue Vorwürfe aus dem Sanitätsregiment 1 in der Sachsen-Anhalt-Kaserne in Weißenfels bekannt. Dort gibt es derzeit zehn Beschuldigte, fünf Fälle liegen bei der Staatsanwaltschaft Naumburg.
In einem Fall soll eine minderjährige Soldatin zum Sex gezwungen worden sein. Zu den Vorwürfen äußerten sich laut den vorliegenden Angaben bislang nur Ermittlungsstände, kein abschließendes Ergebnis.
