Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat den Berliner Plan kritisiert, die Kooperation zwischen Bildungsverwaltung und Bundeswehr zu beenden. Die Vereinbarung war erst im Juni dieses Jahres geschlossen worden.
Pistorius sagte, es sei „unverständlich, eine erst im Juni dieses Jahres geschlossene Vereinbarung aufzugeben“. Nach seiner Einschätzung würde ein Ende der Kooperation vermutlich nicht bedeuten, dass Jugendoffiziere nicht mehr an Berliner Schulen auftreten dürfen.
Die einzelnen Schulen müssten dann aber häufiger selbst prüfen, welche Referenten sie einladen, sagte Pistorius. Das könne bei Lehrkräften zu wachsender Unsicherheit führen, ob Jugendoffiziere politisch weiterhin gewollt seien.
Angesichts einer verschärften Bedrohungslage forderte Pistorius „eine unmissverständliche politische Unterstützung auch auf Landesebene“ für die Bundeswehr. Ein Ende der Vereinbarung wäre aus seiner Sicht „ein Signal gegen die Bundeswehr und ihren wichtigen Auftrag“.
Das Verteidigungsministerium bezeichnet die Arbeit der Jugendoffiziere als wichtigen bildungspolitischen Auftrag. Nach Angaben des Hauses fördern sie die kritische Auseinandersetzung mit der internationalen Sicherheitslage und einen offenen Dialog; um Werbung oder Rekrutierung gehe es ausdrücklich nicht.
Für 2024 nennt das Ministerium bundesweit knapp 5.590 Veranstaltungen mit rund 164.600 Teilnehmenden. Für 2026 rechnet es auf Grundlage aktueller Anfragen mit rund 5.900 Veranstaltungen und etwa 206.000 Teilnehmenden.
