Der Schweizer Tabakkonzern Villiger will die Produktion von Zigarren und Zigarillos am Werk Waldshut-Tiengen bis Ende 2027 beenden und schrittweise in die Schweiz und nach Indonesien verlagern. Am Standort in Baden-Württemberg sollen nach Angaben des Unternehmens Logistik und Vertrieb bleiben.
Das Werk in Waldshut-Tiengen besteht seit 1911 und hat den Ort über Generationen geprägt. Weltweit produziert Villiger nach den vorliegenden Angaben rund eine Milliarde Zigarren und Zigarillos im Jahr und beliefert mehr als 80 Länder.
Von der Entscheidung sind nach Unternehmensangaben rund 40 der 190 Beschäftigten betroffen. Villiger will Stellen zunächst über Fluktuation, Rentenabgänge und interne Versetzungen abbauen, schließt Kündigungen aber nicht aus.
Die Produktion soll künftig am Hauptsitz im schweizerischen Pfeffikon und im indonesischen Jember konzentriert werden. Als Gründe nannte das Unternehmen Überschneidungen bei Produkten und Fertigungsprozessen sowie ein verändertes Marktumfeld.
Villiger-Konzernchef Christoph Schüpbach sagte in einer Mitteilung: „Die Konsolidierung der Produktion ist ein wichtiger Schritt, um das Unternehmen für die Zukunft besser aufzustellen.“
Die Nachricht über den geplanten Umbau wurde zunächst vom „Südkurier“ berichtet. Für den Standort ist es innerhalb kurzer Zeit bereits die zweite Belastung, nachdem die mit Villiger verbundene 5th Avenue Products Trading GmbH im September Insolvenz angemeldet hatte.
Der vorläufige Insolvenzverwalter André Berbuer hatte nach Angaben der Quelle erklärt, die Insolvenz sei weder durch Absatzprobleme noch durch Managementfehler verursacht worden. Als alleinigen Grund nannte er EU-Sanktionen gegen einen indirekten Anteilseigner.
