Der Besuch des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder bei der Geburtstagsfeier von Russlands Präsident Wladimir Putin hat scharfe Kritik von Ukrainens Botschafter in Deutschland und von einem außenpolitischen CDU-Politiker ausgelöst.
Der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev bezeichnete Schröders Teilnahme als „widerlich“. Nach seinen Angaben habe Schröder den von ihm als „Kriegsverbrecher“ bezeichneten Putin zu herzlich umarmt.
Makeiev verwies dabei auf den Tod von fünf Kindern in Pryluky und von 35 Zivilisten in Kramatorsk bei russischen Angriffen. Er stellte damit den Besuch in einen Zusammenhang mit den Folgen des russischen Kriegs gegen die Ukraine.
Auch der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter verurteilte Schröders Auftreten deutlich. Er forderte, den früheren Kanzler bei offiziellen und demokratischen Veranstaltungen zur Persona non grata zu erklären.
Schröder war von 1998 bis 2005 deutscher Bundeskanzler. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt blieb er in Führungsfunktionen bei russischen Energieunternehmen aktiv.
In den vorliegenden Berichten wurde keine erkennbare diplomatische Funktion des Besuchs genannt. Politisch sorgt Schröders Nähe zum Kreml in Deutschland seit längerem für Kritik, auch mit Blick auf seine Signale an die Ukraine und europäische Partner.
