Leerstehendes Ladenlokal mit großen Schaufenstern in einer Fußgängerzone, Passanten gehen vorbei.
Innenstädte kämpfen schon lange mit Leerstand. Nun hat Galeria Kaufhof Insolvenz angemeldet. Müssen Innenstädte neu gedacht werden?08.10.2026 | 0:44 min

Galeria-Insolvenz erhöht Druck auf 83 Filialen in 70 Städten

Oktober 10, 2026
1 min. lesezeit

Die erneute Insolvenz von Galeria Kaufhof bringt 83 Verkaufsflächen in 70 Städten in eine ungewisse Lage. Zugleich rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie deutsche Innenstädte außerhalb des klassischen Handels attraktiver werden können.

Jede leere Ladenfläche mindere die Anziehungskraft eines Zentrums, schrecke Besucher ab und belaste die verbleibenden Geschäfte, heißt es in dem Beitrag. Als Beispiel für dauerhafte Umnutzung nennt Kati Volgmann vom Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung nicht mehr tragfähige Handelsflächen.

Wo Einzelhandel auf Dauer nicht funktioniere, könnten Wohnen oder Dienstleistungen eine Perspektive sein, sagte Volgmann. Erfolgreiche Umnutzungen seien aber meist kein schneller Prozess. Es brauche Eigentümer, geklärte Finanzierung und fachliche Begleitung über längere Zeit.

Die aktuelle Deutschlandstudie Innenstadt zeigt zugleich ein stabiles Interesse an den Stadtzentren. 83,3 Prozent der Befragten wollen ihre Innenstadt mindestens so oft wie bisher oder noch häufiger besuchen; die Erhebung unter rund 5.000 Menschen sieht den größten Verbesserungsbedarf bei öffentlichen Toiletten und Sauberkeit.

Auch bessere Beleuchtung wurde als Punkt genannt, der das Sicherheitsgefühl am Abend stärken könnte. Der Handelsverband Deutschland verweist zudem darauf, dass sich bei den Werten in den vergangenen zwei Jahren etwas verbessert habe, man aber noch nicht über den Berg sei.

Der Verband sieht zugleich Grenzen bei neuen digitalen Angeboten. In Kommunen, die nur noch Pflichtaufgaben erfüllen dürften, etwa im Nothaushalt, würden sich KI-Tools kaum entwickeln lassen, sagte Michael Reink.

Als Beispiele für neue Nutzungen leerer Warenhäuser nennt der Beitrag Projekte in Recklinghausen und Höxter. Dort zeigt sich, dass die Umwandlung großer Einzelhandelsflächen möglich ist, aber Zeit und Abstimmung verlangt.

Im Hintergrund steht ein Wandel, der viele Stadtzentren seit Jahren prägt. Mit jeder nicht nachbesetzten Fläche steigt der Druck auf Kommunen, Eigentümer und lokale Akteure, neue Nutzungen zu organisieren.

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