Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat nach einem Medienbericht umfangreiche personelle Veränderungen vorgenommen. Dabei wurde der bisherige Generalstabschef Pawel Murawjeika zum stellvertretenden Leiter der Präsidialverwaltung versetzt. Wladimir Bely wurde zum neuen Generalstabschef und zugleich zum ersten stellvertretenden Verteidigungsminister ernannt.
Der Bericht datiert die Entscheidungen auf den 28. September 2026. Lukaschenko erklärte demnach, er wolle in seiner Verwaltung eine „alternative“ Einschätzung der Lage in den Sicherheitsstrukturen erhalten und seine persönliche Kontrolle über die Armee verstärken. Den neuen Generalstabschef warnte er laut Bericht vor einer ständigen Beobachtung durch den Präsidenten und dessen Verwaltung.
Am selben Tag wurden den Angaben zufolge insgesamt 29 personelle Entscheidungen in militärischen, staatlichen und regionalen Strukturen vereinbart oder umgesetzt. Weitere Einzelheiten nennt der Bericht des Nachrichtenportals.
Einordnung der personellen Veränderungen
Die vorliegenden Angaben bewerten die Versetzung Murawjeikas als Zeichen einer weiteren Zentralisierung der Kontrolle über die Sicherheitsstrukturen. Als Begründung wird unter anderem Lukaschenkos Aussage angeführt, er müsse über „alles, was in den Streitkräften geschieht“, informiert sein.
Außerdem wird behauptet, die Personalrotationen spiegelten eine zunehmende Ausrichtung der Regierung auf die Bereitschaft zu einer möglichen militärischen Eskalation wider. Als Beleg wird eine von Lukaschenko formulierte Aufgabe genannt, die Armee auf „die schwerwiegendsten Zusammenstöße“ vorzubereiten. Diese Einschätzung und die daraus abgeleitete Behauptung, Belarus werde auf einen Krieg mit EU-Staaten vorbereitet, sind in den vorliegenden Angaben nicht unabhängig belegt.