Haus mit Garten bei Sonne: Aktuell sinken die Immobilienpreise in und um die Metropolen.
Haus mit Garten bei Sonne: Westdeutsche erben fast alle steuerlich erfassten Vermögen. (Quelle: All Canada Photos/imago-images-bilder)

Statistisches Bundesamt meldet: 95 Prozent der Vermögensübertragungen gehen in den Westen

September 30, 2026
1 min. lesezeit

Nach einer neuen Auswertung des Statistischen Bundesamts ist der überwiegende Teil der in Deutschland steuerlich erfassten Erbschaften und Schenkungen im Jahr 2025 nach Westdeutschland geflossen. Demnach entfielen 142,5 Milliarden Euro und damit 95 Prozent der taxrelevanten Vermögensübertragungen auf den Westen; auf die östlichen Länder und Berlin kamen 8 Milliarden Euro beziehungsweise 5 Prozent.

Ende 2025 lebten 19 Prozent der Bevölkerung in Ostdeutschland und Berlin. Bei den steuerlich erfassten Vermögensübertragungen lag ihr Anteil trotzdem nur bei fünf Prozent.

Auch pro Kopf zeigt sich die Lücke deutlich. Im Westen wurden im Schnitt rund 2.100 Euro übertragen, im Osten knapp 500 Euro. Der bundesweite Durchschnitt lag bei 1.800 Euro je Einwohner.

Bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer fielen von insgesamt 21,4 Milliarden Euro 20,4 Milliarden Euro im Westen an. Auf den Osten entfielen 1 Milliarde Euro.

Das Statistische Bundesamt weist zugleich darauf hin, dass die Zahlen nicht alle Vermögensübertragungen abbilden. Viele Erbschaften und Schenkungen liegen innerhalb der persönlichen Freibeträge und tauchen deshalb in der Statistik nicht auf.

Die Veröffentlichung fiel in eine breitere Debatte über Gerechtigkeit nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, bei denen politische Extreme deutlich zulegten. Der namentlich nicht genannte Kanzler sagte dazu: „Es sei offensichtlich so, dass viele Menschen ein Störgefühl bei der Gerechtigkeit im Land hätten“.

Für Oktober ist vor dem Bundesverfassungsgericht eine Anhörung zur Erbschaftsteuer angesetzt. Nach Angaben aus dem Umfeld der Debatte könnten die Richterinnen und Richter die Bundesregierung zu einer Reform zwingen.

Hinzu kommt, dass die Freibeträge für Privatpersonen seit 2009 nicht angepasst worden sind. Vor dem Hintergrund gestiegener Immobilienpreise geraten dadurch mehr Menschen in die Steuerpflicht.

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