Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kirsten Kappert-Gonther hat angesichts eines Lungenpest-Verdachts in Russland verlässliche Informationen verlangt. Die Obfrau im Gesundheitsausschuss und Berichterstatterin für Globale Gesundheit der Grünen-Bundestagsfraktion verwies dabei auf die Bedeutung der Weltgesundheitsorganisation und internationaler Gesundheitsregeln.
Kappert-Gonther sagte der „Rheinischen Post“, autoritäre Regime schotteten sich ab und entzögen sich damit auch der Verantwortung für die globale Gesundheit. Das verletze die „internationalen demokratischen Spielregeln“, erklärte sie.
Nach ihren Worten braucht es für den Umgang mit solchen Vorfällen „zeitnahe, vollständige und verlässliche Daten“. Nur so ließen sich gefährliche Krankheiten einordnen und Schutzmaßnahmen rechtzeitig anpassen.
Der Verdacht bezieht sich auf einen Vorgang in Russland, bei dem eine Mitarbeiterin eines Anti-Pest-Instituts gestorben ist. Die Todesursache ist offen. Ein bestätigter Erregernachweis wurde in den vorliegenden Angaben nicht genannt.
Internationale Gesundheitsstellen brauchen nach diesen Angaben Informationen zur Todesursache, zu möglichen Erregernachweisen und zu Kontaktpersonen, um das Risiko einer weiteren Übertragung bewerten zu können. Die Lungenpest kann über Atemtröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen werden und ist bei früher Behandlung mit Antibiotika behandelbar.
Der Verdacht in der russischen Region Irkutsk steht nach den vorliegenden Informationen im Zusammenhang mit Berichten über einen möglichen Laborvorfall und mit offiziellen russischen Angaben über eine Lungenentzündung unbekannter Herkunft. Ob tatsächlich Lungenpest vorliegt, bleibt damit unbestätigt.
Der Fall wird von Kappert-Gonther als Beispiel dafür angeführt, warum starke Institutionen der globalen Gesundheit notwendig sind. Dazu zähle vor allem die WHO, sagte sie.
