Der japanische Industriekonzern Nidec will nach Angaben von IG Metall die Produktion an seinem deutschen Standort in Bietigheim-Bissingen bis Ende 2027 einstellen. Von dem Schritt wären nach Angaben der Gewerkschaft 116 Beschäftigte betroffen.
Das Werk in Baden-Württemberg fertigt seit mehr als 80 Jahren Autoteile. Seine Wurzeln reichen laut den vorliegenden Angaben auf eine Werkzeugfabrik von 1923 zurück; in Bietigheim wird seit 1942 produziert.
Nidec beschreibt sich als internationaler Hersteller von Elektromotoren und gibt an, weltweit mehr als 100.000 Menschen zu beschäftigen. Die deutsche Tochter Nidec Motors & Actuators produziert Motoren und Antriebskomponenten für die Automobilindustrie.
Nach Angaben des Betriebsrats sollten Beschäftigte aus Bietigheim vor der Schließungsankündigung noch ein Nidec-Werk in Mexiko unterstützen. Der Betriebsratsvorsitzende Björn Berger sagte in einer Mitteilung von IG Metall: „Die Kolleginnen und Kollegen haben ihre Arbeit gemacht. Sie haben hochwertige Produkte gefertigt, Kunden betreut, Probleme gelöst und sogar andere Standorte mit ihrem Know-how unterstützt“.
Berger fügte hinzu: „Deshalb dürfen sie jetzt auch nicht die Rechnung dafür bezahlen.“
Der Betriebsrat und IG Metall verlangen seit Monaten Auskunft über die wirtschaftliche Lage des Standorts und fordern offene Verhandlungen. Nach den Angaben der Gewerkschaft bleibt offen, ob die Pläne noch gestoppt werden können.
