Die Bundesregierung hat die Kritik des Friedenspreisträgers Philippe Sands an Deutschlands Haltung zu Israels Vorgehen im Gazastreifen zurückgewiesen. Sands hatte bei der Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche die deutsche Zurückhaltung kritisiert.
Ein Sprecher des Auswärtigen Amts wies die Vorwürfe am Montag gegenüber der dts Nachrichtenagentur zurück. Die Bundesregierung halte unterschiedliche Meinungen in öffentlichen Debatten für möglich, sagte der Sprecher. Deutschland habe seine Position zu Israel bereits mehrfach klar geäußert.
Sands hatte den Friedenspreis am Sonntag in Frankfurt erhalten. In seiner Rede bezeichnete er das deutsche Schweigen zu Israels Vorgehen im Gazastreifen als „unanständig“ und sagte, Völkerrechtsverletzungen müssten klar benannt werden.
Der französisch-britische Jurist und Autor stellte seine Kritik nach Angaben aus der Rede nicht als antisemitisch und auch nicht als „nicht Anti-Israel“ dar. Die Bundesregierung nahm die Äußerungen nach Angaben des Sprechers „zur Kenntnis“.
Der mit 25.000 Euro dotierte Friedenspreis wurde zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse vergeben.
