Das Bundeswirtschaftsministerium hat einen Referentenentwurf für eine neue nationale Gasreserve vorgelegt. Die Reserve soll ab 2027 die Gasversorgung im Krisenfall zusätzlich absichern und über eine neue Gasumlage finanziert werden.
Die Umlage soll nach dem Entwurf erstmals ab dem 1. Oktober 2027 erhoben werden und kann danach jedes Jahr zum Oktober angepasst werden. Beziffert werden die Kosten in den ersten zehn Jahren auf 247 bis 308 Millionen Euro jährlich.
Die geplante Reserve soll die gesetzlich vorgeschriebenen Füllstandsvorgaben für Gasspeicher ablösen, die zum 31. März 2027 auslaufen. Als Zielgröße nennt der Entwurf ein Volumen von 24 Terawattstunden.
Dieses Volumen soll den Ausfall der größten deutschen Gasimport-Infrastruktur für 30 Tage abdecken. Die Mehrkosten für typische Haushalte werden im Entwurf auf 3,77 bis 7,20 Euro im Jahr geschätzt.
Michael Kellner von den Grünen sagte zu Reuters: „Die Umlagefinanzierung ist richtig“. Zugleich fügte er hinzu: „Gut, dass jetzt Bewegung reinkommt. Allerdings kommt die Reserve für dieses Jahr zu spät.“
Die frühere Gasspeicherumlage war vor einem Jahr abgeschafft worden. Sie war 2022 von der Ampelkoalition eingeführt worden, um die staatliche Befüllung der Gasspeicher zu finanzieren.
Damals hatte Russland kurzfristig die Lieferungen nach Deutschland eingestellt, wodurch die Speicher vor dem Winter nicht wie üblich befüllt werden konnten.
