Deutsche Wärmepumpenhersteller warnen davor, dass China als Nächstes den globalen Markt für Wärmepumpen dominieren könnte. Der Vorwurf richtet sich gegen eine Industriepolitik, die nach ihrer Darstellung bereits bei Solarpaneelen, Batterien und Elektroautos Wirkung gezeigt hat.
Kai Schiefelbein, Geschäftsführer von Stiebel Eltron und Vorstandsmitglied des Branchenverbands BWP, sagte in einer Mitteilung, Europa riskiere seine Industrie, wenn es nicht reagiere. Er verwies darauf, dass China nach Angaben der Internationalen Energieagentur bereits der weltweit führende Hersteller von Wärmepumpen sei.
Nach Angaben des Artikels veröffentlichte die chinesische Regierung 2025 einen „Aktionsplan zur Förderung einer hochwertigen Entwicklung in der Wärmepumpenindustrie“. Darin werde eine Strategie beschrieben, über bessere Standards, kleinere Modelle und günstige Komponenten in internationale Märkte vorzudringen.
China wolle zugleich mehr in Forschung und Entwicklung investieren, um bis 2030 Geräte anbieten zu können, die mindestens 20 Prozent effizienter seien als heute, heißt es weiter. Die IEA wird zudem mit der Einschätzung zitiert, dass Wärmepumpen in China bis zu 50 Prozent günstiger produziert werden könnten als in allen anderen Weltregionen.
Schiefelbein sagte, die Branche wolle verhindern, dass der Massenmarkt für Wärmepumpen nach China abwandert. Nötig seien aus seiner Sicht klare politische Signale, Wachstum in Deutschland und Europa sowie flankierende Maßnahmen wie gute Förderungen und niedrigere Strompreise.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Montag angekündigt, die Stromsteuer für private Haushalte zu senken. Die Bundesregierung hatte außerdem im Sommer neue Hilfen für den Austausch von Heizungen beschlossen; Eigentümer sollen für Wärmepumpen mindestens bis 2029 einen Zuschuss erhalten.
Auch die EU versucht nach Angaben des Artikels, chinesische Exporte in der Elektromobilität einzudämmen. Dazu zählen eine Einigung aus der vergangenen Woche und Sonderzölle auf chinesische Elektroautos seit 2024.
