Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat den Angriff eines 16-Jährigen an einem Gymnasium in Schongau im Landtag als rechte Gewalttat eingestuft. Bei dem Angriff am Welfen-Gymnasium wurden zwei 13 Jahre alte Schülerinnen schwer verletzt.
Der Jugendliche soll ehemalige Mitschüler mit zwei Messern und einer Pistole angegriffen haben. Herrmann sagte im Innenausschuss des Landtags in München, nach den vorliegenden Erkenntnissen habe auch die Polizei die Tat als rechte Gewalttat eingeordnet.
Nach Herrmanns Darstellung habe der Beschuldigte ein Manifest verfasst, in dem unter anderem Frauenhass, Queerfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus zu finden seien. Der 16-Jährige wird als Beschuldigter geführt; zu Anklage oder Urteil gibt es in dem Fall bislang keine Angaben.
Die Behörden hatten den Jugendlichen nach Angaben Herrmanns schon mehr als ein Jahr vor der Attacke wegen mutmaßlicher Verherrlichung von Amokläufen im Blick. Die Ermittlungen laufen in der Gruppe „8. Juli“ unter Führung der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft München.
Herrmann erklärte zudem, bis zur Tat habe es aus seiner Sicht keine ausreichenden Gründe für Untersuchungshaft gegeben. Prävention müsse als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden, sagte er.
