Die Junge Union empfängt Bundeskanzler Friedrich Merz heute beim Deutschlandtag in Bonn mit demonstrativem Selbstbewusstsein. Im Mittelpunkt des Treffens stehen die starke Wiederwahl von JU-Chef Johannes Winkel, scharfe Angriffe auf politische Gegner und die erwartete Rede des Kanzlers am Samstagvormittag.
Winkel wurde mit 265 von 283 gültigen Stimmen im Amt bestätigt. Ohne die zwei Enthaltungen entsprach das 94,3 Prozent Zustimmung; 2024 hatte er 90,5 Prozent erhalten, bei seiner ersten Wahl im November 2022 87,0 Prozent.
In seiner Rede griff Winkel Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig scharf an. Er verwies dabei auch auf ihren früheren Einsatz für die Pipeline Nord Stream 2. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss er aus, solange die Partei völkische Positionen vertrete und Extremisten in ihren Reihen aufnehme.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst warnte beim Auftakt vor politischen Extremisten von links und rechts. Besonders deutlich wandte er sich gegen Sondierungen von Linken, Grünen und SPD nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin; für seine Rede bekam er eineinhalb Minuten stehenden Applaus.
Merz wird am Samstagvormittag vor den Delegierten sprechen. Der Deutschlandtag gilt als dreitägige programmatische Beratung der Jungen Union mit Themen wie Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung, Rente und Generationengerechtigkeit.
Im vergangenen Jahr war der Kanzler beim Deutschlandtag bereits wegen des Rentenpakets heftig mit der JU aneinandergeraten. Am Sonntag soll CSU-Chef Markus Söder auftreten.
