Thorsten Frei hat die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages gefordert und sich dabei auf den Koalitionsvertrag berufen. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, im Vertrag sei „glasklar vereinbart“, im Einklang mit der europäischen Arbeitszeitrichtlinie eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit zu schaffen.
Nach geltendem Arbeitszeitgesetz darf die werktägliche Arbeitszeit grundsätzlich acht Stunden nicht überschreiten. Eine Verlängerung auf bis zu zehn Stunden ist möglich, wenn im Ausgleichszeitraum der Durchschnitt von acht Stunden eingehalten wird.
Mehrere SPD-Gruppierungen, darunter die Jusos, knüpfen eine Reform an Bedingungen. Sie verlangen Tarifverträge und eine vollständige elektronische Erfassung der Arbeitszeiten.
Frei äußerte zugleich Kritik an dem Gesetzentwurf zur Einführung einer Plastiksteuer. „Die Plastiksteuer würde einen enormen bürokratischen Aufwand erfordern, der in keinem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis steht“, sagte der CDU-Politiker.
Er kündigte an, sich das Vorhaben genau anzusehen. „Deswegen werden wir uns sehr genau anschauen, ob das wirklich der richtige Weg ist“, fügte Frei hinzu.
Auch bei der geplanten Einkommensteuerreform zeigte er sich unzufrieden mit dem Umfang. Frei sagte, man habe sich auf Maßnahmen „insbesondere für Familien und Arbeitnehmer“ geeinigt, hätte sich aber weitere Entlastungen gewünscht.
