Zwei Menschen sitzen in einem hellen Wartebereich einer Praxis hinter einer Glastür.

Stuttgarter Malteser-Praxis behandelt mehr Menschen ohne Krankenversicherung

November 3, 2026
1 min. lesezeit

In Deutschland sind laut offizieller Statistik rund 72.000 Menschen nicht krankenversichert. Hilfsorganisationen wie Ärzte der Welt gehen von deutlich höheren Zahlen aus und sprechen von Hunderttausenden. Nach ihren Angaben steigt die Tendenz weiter.

In der Stuttgarter Praxis „Malteser-Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung“ hat sich die Zahl der Patientinnen und Patienten in den vergangenen zwei Jahrzehnten von 145 auf 413 verdreifacht. Die Einrichtung im Stuttgarter Süden behandelt Menschen, die keinen regulären Versicherungsschutz haben oder aus ihm herausgefallen sind.

Zu den Betroffenen zählen nach dem Bericht nicht nur Wohnsitzlose und Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus, sondern auch Studierende, Rentner und Solo-Selbstständige. Eine Clearingstelle hilft dort, die Versicherungssituation zu klären und einen Weg ins reguläre Gesundheitssystem zu finden.

„Jeder Fall sei ein Einzelfall“, sagte die Sozialarbeiterin der Clearingstelle. Regine Martis erklärte zudem: „Wir sehen gute Erfolge, nämlich dass die Hälfte und vielleicht sogar mehr als die Hälfte der Patienten tatsächlich in eine Krankenversicherung vermittelt werden kann.“

Ein 56-jähriger Patient aus Georgien wurde wegen Diabetes behandelt; ihm wurden zwei Zehen amputiert. Wolfgang Steigleder, ein ehrenamtlich in der Praxis tätiger Allgemeinmediziner im Ruhestand, sagte über die Behandlung: „Die Wunde sei gut verheilt“.

Auch ein 60-jähriger Patient aus Kroatien berichtete von hohen Folgekosten nach einer Herzinfarkt- und Lungenembolie-Erkrankung. Er sagte, er zahle 4.200 Euro Krankenhauskosten in kleinen Raten ab.

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