Älteres Paar sitzt am Laptop und betrachtet gemeinsam den Bildschirm.

Experten warnen vor Gratisangeboten beim Altersvorsorgedepot

November 2, 2026
1 min. lesezeit

Zum Start des geförderten privaten Altersvorsorgedepots am 1. Januar 2027 werben Banken und Neobroker mit Gebührenfreiheit um Sparerinnen und Sparer. Vorsorge-Experten, Verbände und Verbraucherschützer warnen zugleich vor Angeboten, die zwar günstig erscheinen, aber teils an Bedingungen geknüpft sind oder ohne Beratung auskommen könnten.

Zu den Anbietern, die mit Null- oder Gratisversprechen auftreten, zählen nach Angaben des Artikels Trade Republic, Scalable Capital und Smartbroker+. Die genannten Vorteile gelten dort jeweils nicht uneingeschränkt, sondern etwa nur für bestimmte Produkte, befristet oder unter Voraussetzungen.

Wolfram Erling von Union Investment hält einen reinen Preiswettbewerb für problematisch. „Wenn wir Produkte mit null Prozent Gebühren haben, dann weiß ich nicht, wer außer karitativen Einrichtungen da noch beraten soll“, sagte er laut Artikel bei einer Podiumsdiskussion zur Reform der privaten Altersvorsorge auf dem Vermögensaufbaugipfel von Capital und ntv.

Erling sagte demnach auch: „Beratung muss bezahlt werden, und da sind wir im Moment auf einem ziemlich falschen Weg.“ Aus seiner Sicht reicht ein Nulltarif nicht aus, um Beratung wirtschaftlich zu tragen. „Wenn ich eine Leistung herausgebe und dafür kein Geld bekomme, würde ich als einfacher Betriebswirt sagen: Das kann sich nicht rechnen“, sagte er laut Artikel.

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute kritisiert den gesetzlich vorgesehenen Kostendeckel von maximal 1,0 Prozent pro Jahr für Vertriebsvergütung, Verwaltungskosten und Fondskosten. Michael Heinz bemängelt zudem, dass Abschlusskosten künftig über die gesamte Vertragszeit verteilt werden sollen.

Verbraucherzentralen und Verbraucherschützer raten dazu, Abschlüsse nicht zu überstürzen. Wer sich für das Altersvorsorgedepot interessiere, solle Beratung nutzen, Wechselregeln und Hürden prüfen und freiwillige Leistungen wie Rentenboni nicht als sicher ansehen.

Eine Untersuchung von Sirius Campus und Aeiforia beziffert das Potenzial des neuen Produkts konservativ auf 2,9 Millionen Verträge. Große Direktbanken wie ING, DKB und comdirect halten sich bei den endgültigen Preisstrukturen nach Angaben des Artikels noch zurück und sammeln Kunden auf Wartelisten.

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