Mehrere ganze Hähnchen drehen sich auf Spießen in einem Grillofen.
TikTok-Videos und Influencer treiben den Hype der Hähnchen-Imbisse – Kunden stehen teilweise stundenlang Schlange.17.10.2026 | 1:10 min

TikTok treibt in Deutschland den Boom bei Hähnchen-Imbissen an

November 2, 2026
1 min. lesezeit

In Deutschland wächst das Geschäft mit Hähnchen-Imbissen und Hähnchenrestaurants, während Videos auf TikTok und Empfehlungen von Influencern den Trend nach Angaben eines ZDF/WISO-Beitrags zusätzlich befeuern. In Köln sollen Menschen stundenlang auf halbe Hähnchen warten, nachdem sie virale Clips gesehen haben.

Auch Lieferplattformen melden ein deutlich größeres Angebot. Bei Uber Eats habe sich die Zahl der Hähnchenrestaurants innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt, besonders Korean Fried Chicken lege zu.

Nach Angaben des Bundeszentrums für Landwirtschaft wird heute mehr als 60 Prozent mehr Hähnchenfleisch gegessen als 2010. Für 2025 nennt der Beitrag einen Pro-Kopf-Verbrauch von 11,4 Kilogramm Hähnchenfleisch und 14,7 Kilogramm Geflügel, während Schweinefleisch mit rund 28,3 Kilogramm weiter vorne liegt.

Der Agrarökonom Achim Spiller von der Universität Göttingen sieht Social Media zwar als Einflussfaktor auf das Essverhalten, ordnet den Hype aber als Teil eines längeren Trends ein. Er sagte: „Social Media kann durchaus das Essverhalten beeinflussen, aber dieser Hype nutzt eher die Gunst der Stunde und baut auf den darunterliegenden Trend zu mehr Geflügelkonsum auf, der viel langfristiger ist.“

Die Gastronomie reagiert nach Darstellung des Beitrags auf die Nachfrage. Dehoga-Sprecherin Stefanie Heckel sagte: „Die Gastronomie greift die wachsende Nachfrage auf – und setzt mit neuen Angeboten selbst zusätzliche Impulse“.

Der Beitrag verweist zugleich auf strukturelle Veränderungen in der Landwirtschaft. In den vergangenen zehn Jahren sei ein Anteil von 40 Prozent der Schweine haltenden Betriebe verschwunden, während neue Ställe für Geflügel häufig auf Proteste und Genehmigungshürden wegen Nitrat- und Geruchsbelastungen träfen.

Dadurch werde die inländische Produktion nicht ausreichend ausgeweitet, heißt es weiter. Mehr Geflügel komme deshalb aus dem Ausland, unter anderem aus Polen, dessen Lieferungen seit 2015 laut dem Beitrag gestiegen seien.

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