Die S&D-Fraktion im Europäischen Parlament hat in Brüssel die Konferenz „Quality Jobs for All“ abgehalten und dabei auf verbindliche EU-Regeln zum Schutz von Beschäftigten in der digitalen und KI-getriebenen Transformation gedrängt. Die Veranstaltung fand am 14. Oktober 2026 von 15.30 bis 19.00 Uhr im Europäischen Parlament statt.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Automatisierung und künstliche Intelligenz Arbeitsplätze und Tätigkeiten grundlegend verändern können. Eine im Oktober 2025 vom Wissenschaftlichen Dienst des Europäischen Parlaments veröffentlichte Studie warnte nach Angaben der Konferenz vor Chancen für die Produktivität, aber auch vor Risiken für Autonomie, Einkommen und Grundrechte der Arbeitnehmer.
Genannt wurden unter anderem höhere Arbeitsintensität, mehr Leistungsdruck, weniger Autonomie, intransparente Personalentscheidungen, Überwachung sowie Belastungen für die psychische und körperliche Gesundheit. Die Teilnehmenden forderten, Beschäftigte und ihre Vertreter beim Einsatz solcher Systeme einzubeziehen und wirksame Rechte auf Information, Kontrolle und Anfechtung zu sichern.
Die S&D-Fraktion erklärte, Technologie müsse den Menschen dienen, die Arbeitsqualität verbessern und die Rechte der Beschäftigten stärken. Mitarbeiter dürften nicht zu Objekten automatisierter Entscheidungen werden; Algorithmen sollten auch nicht darüber entscheiden, wer seinen Job verliert.
Die Fraktion wirbt für einen europäischen „Quality Jobs Act“, der konkrete und durchsetzbare Rechte sichern soll. Außerdem forderte sie die Europäische Kommission auf, sich in dem angekündigten Rechtsrahmen nicht auf freiwillige Leitlinien zu beschränken, sondern Mindeststandards zu schaffen, die in allen Mitgliedstaaten gelten und wirksam durchgesetzt werden können.
Auch Mitgliedstaaten, Arbeitgeber und Sozialpartner wurden aufgefordert, verbindliche Regeln für sichere, faire und hochwertige Arbeit zu schaffen. Roxana Minzatu, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, sagte dazu, Leitlinien könnten nützlich sein, betonte aber, dass Regeln dafür sorgten, „dass diese Rechte auch weiterhin gelebt werden“.
