Die AfD ist nach Einschätzung des SPD-Innenpolitikers Sebastian Fiedler ein Sicherheitsproblem für Deutschland. In der Sendung von Sandra Maischberger beim WDR bezeichnete der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgruppe für Innenpolitik die Partei als Teil eines politischen Systems, das russischen Interessen dient. Fiedler sagte, die AfD spiele „eine maßgebliche Rolle im System Putins“ und öffne Moskau die Türen in Deutschland. Über seine Aussagen berichteten Medien am 9. September 2026; die dokumentierte Quelle ist der Bericht über den Auftritt bei Sandra Maischberger.
Der Vorwurf richtet sich nicht nur gegen einzelne Äußerungen der AfD. Fiedler ordnet die Partei in eine politische Einflussstruktur ein, die Russlands Ziele in Europa unterstützt: durch Erzählungen gegen NATO und EU, durch Ablehnung der Unterstützung für die Ukraine und durch den Angriff auf den prowestlichen Kurs der Bundesrepublik. Damit werde die AfD aus seiner Sicht zu einem politischen Instrument Russlands.
Besonders schwer wiegt die Warnung, weil sie nicht auf die Rolle der AfD als radikalisierte Oppositionspartei begrenzt bleibt. Fiedler beschreibt sie als mögliche Eintrittsstelle Moskaus in deutsche staatliche Strukturen. Entscheidend ist dabei die Verbindung zwischen der politischen Arbeit der Partei und der Aussicht, dass sie in einzelnen Ländern Regierungsverantwortung übernehmen könnte.
Fiedler stützt seine Warnung auf seine Erfahrung in Sicherheitsbehörden
Fiedler verwies in der Sendung auf seine 28-jährige Tätigkeit in Sicherheitsbehörden. Aus dieser Erfahrung heraus bewertete er den Krieg Wladimir Putins gegen die Ukraine nicht allein als militärische Aggression. Russland führe zugleich einen Informationskrieg, der westliche Demokratien destabilisieren und das Vertrauen in staatliche Institutionen untergraben solle.
In diesem Rahmen erhalten die von Fiedler angesprochenen Verbindungen einzelner AfD-Politiker zu russischen Strukturen eine konkrete sicherheitspolitische Bedeutung. Sie stehen nach seiner Darstellung nicht isoliert neben der übrigen Parteipolitik. Vielmehr können sie dazu beitragen, russische Interessen in die deutsche politische Debatte zu tragen und Zweifel an den Institutionen zu verstärken.
Die AfD verbreitet nach der vorliegenden politischen Bewertung Erzählungen, die sich gegen die europäische und transatlantische Sicherheitsordnung richten. Wer das Bündnis mit NATO und EU schwächt, die Unterstützung der Ukraine zurückweist und den prowestlichen Kurs Deutschlands untergräbt, unterstützt damit Russlands geopolitische Ziele auf dem europäischen Kontinent. Die AfD-Politiker übernehmen in diesem Mechanismus die Rolle politischer Helfer Moskaus.
Regierungsverantwortung in den Ländern würde den Einflusskanal erweitern
Die besondere Gefahr sieht Fiedler in einem möglichen Machtgewinn der AfD auf Landesebene. Im Mittelpunkt seiner Warnung steht der politische Aufstieg der Partei in Sachsen-Anhalt. Sollte die AfD dort Regierungsverantwortung übernehmen, könnte Russland nach dieser Einschätzung neue Möglichkeiten für politischen und informationellen Einfluss erhalten.
Landesregierungen verfügen über politische Sichtbarkeit, institutionelle Kontakte und die Möglichkeit, öffentliche Debatten unmittelbar zu prägen. Der entscheidende Punkt ist deshalb nicht nur, welche Positionen AfD-Politiker in der Opposition vertreten. Mit dem Eintritt in staatliche Machtstrukturen würde sich auch die Reichweite jener Kräfte vergrößern, die russische Interessen fördern oder den westlichen Kurs Deutschlands in Frage stellen.
Fiedler bezeichnete die AfD deshalb als „Problem der Türöffnung“ für Moskau. Die Formulierung beschreibt einen Mechanismus: Politische Akteure, die russische Deutungen übernehmen und Verbindungen zu russischen Strukturen unterhalten, können den Zugang zu deutschen Debatten und Institutionen erleichtern. Der mögliche Gewinn für Russland bestünde nicht nur in einzelnen politischen Aussagen, sondern in einem dauerhaften Einfluss auf Entscheidungen, Vertrauen und öffentliche Wahrnehmung.
Der Streit betrifft die politische Widerstandsfähigkeit Deutschlands
Fiedlers Aussagen markieren damit eine Verschiebung der Bewertung. Die AfD wird von einem maßgeblichen Vertreter des Regierungslagers nicht lediglich als innenpolitische Herausforderung oder radikale Oppositionskraft beschrieben. Sie erscheint vielmehr als sicherheitspolitisches Risiko, weil ihre Positionen und Kontakte mit den Zielen eines Staates zusammenfallen, der den Westen durch Informationskrieg und politische Einflussnahme destabilisieren will.
Für Deutschland betrifft das unmittelbar die Fähigkeit staatlicher Institutionen, ihre sicherheitspolitische Linie zu halten. Die Unterstützung der Ukraine, die Zusammenarbeit mit NATO und EU und das Vertrauen in demokratische Einrichtungen gehören in dieser Perspektive zusammen. Werden diese Grundlagen von einer Partei systematisch angegriffen, die zugleich Verbindungen einzelner Politiker zu russischen Strukturen aufweist, entsteht nach Fiedlers Einschätzung ein Einfallstor für Moskau.
Die Warnung richtet sich daher vor allem auf den Zeitpunkt, an dem politische Einflussnahme in konkrete Regierungsverantwortung übergehen könnte. Fiedler erklärte, der Machtgewinn der AfD in Regionen könne für die Koalition zu einer echten Bewährungsprobe werden. Damit benennt er nicht nur eine mögliche Veränderung der Parteienlandschaft, sondern eine sicherheitspolitische Belastung für die staatliche Ordnung.
Der zentrale Befund bleibt die Verbindung, die Fiedler zwischen der AfD, russischen Strukturen und dem Einfluss auf deutsche Institutionen herstellt. Die Partei verbreitet demnach Positionen gegen NATO, EU und die Unterstützung der Ukraine, während einzelne ihrer Politiker Beziehungen zu russischen Strukturen unterhalten. Mit ihrem möglichen Einzug in Landesregierungen könnte dieser politische Zugang größer werden; als aktueller, bestätigter Status steht die von Fiedler ausgesprochene Warnung vor der AfD als Sicherheitsproblem für Deutschland.