Soja wird in Deutschland deutlich häufiger angebaut als noch vor einigen Jahren. Zwischen 2016 und 2025 hat sich die Erntemenge laut Statistischem Bundesamt mehr als verdreifacht und erreichte 130.800 Tonnen.
Der Anbau galt lange als schwierig, weil es für die Bohne in Deutschland zu kühl war. Steigende Temperaturen und neue Sorten haben die Bedingungen verändert.
2025 lag der Sojaanbau dennoch nur bei 0,3 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche. Gleichzeitig wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts 3,4 Millionen Tonnen Sojabohnen nach Deutschland eingeführt, vor allem für Viehfutter.
Auch die heimische Produktion bleibt abhängig vom Wetter. Im Sommer litten Sojabohnen in Unterfranken und vielen anderen Regionen unter langen Hitze- und Trockenphasen.
Biobauer Simon Franz aus Leinach baut Soja auf etwa 30 Hektar an und ist über das Projekt LeguNet mit anderen Landwirten vernetzt. Bei ihm war der Ertrag in diesem Sommer rund die Hälfte niedriger.
Franz setzt deshalb auf mehr Vielfalt auf dem Acker. Kichererbsen sollen ihm als „Trockenheitsversicherung“ dienen, weil sie in der Phase von Ende Juni bis Anfang August Regen schlecht vertragen, während Soja dann viel Wasser braucht.
Soja hat nach Angaben des Bundeszentrums für Landwirtschaft einen Proteingehalt von etwa 40 Prozent. Laut einer Schätzung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung wurden aus zwölf Prozent der heimischen Ernte von 2024 direkt Nahrungsmittel hergestellt.
Ein großer Teil der Ernte geht weiterhin in die Tierfütterung oder wird weiterverarbeitet, etwa zu Sojaöl und Sojalecithin. Letzteres wird unter anderem in Backwaren, Schokolade, Kosmetika und Medikamenten verwendet.
Frank Ewert vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung sagte, die Pflanze bringe vor allem Stickstoff ins System und senke damit den Bedarf an Dünger. „Wir müssen zusehen, dass wir diesen Anbau weiter steigern und unseren Bedarf dann mehr über einheimische Sojaproduktion decken können“, sagte er.