In Deutschland ist um Mitternacht der zweite Tankrabatt des Jahres in Kraft getreten. Die Bundesregierung senkt für drei Monate die Energiesteuer auf Benzin und Diesel, vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember.
Am Zapfsäulenpreis sollen dadurch 16,7 Cent je Liter ankommen. Eine direkte Pflicht für Tankstellen, die Preise zu senken, gibt es aber nicht.
Die Regel gilt nur für Kraftstoff, der ab Mitternacht aus Tanklagern oder Raffinerien abgegangen ist. Der Branchenverband Fuels und Energie (en2x) kündigte an, der Rabatt werde weitergegeben.
Der ADAC äußerte sich zurückhaltender. Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer sagte: „Die Preise werden sukzessive zurückgehen“.
Er warnte zugleich vor „Mitnahmeeffekte“ und davor, dass der Steuerrabatt nicht vollständig bei den Autofahrern ankomme. Wie stark sich die Entlastung tatsächlich durchsetzt, werde sich erst in den kommenden Stunden und Tagen zeigen.
Auch aus der Wirtschaftsforschung kam Kritik. Ifo-Chef Clemens Fuest sagte: „Der Tankrabatt ist darauf jedoch nicht die richtige Antwort.“ Er begründete das damit, dass vor allem Vielfahrer mit großen Autos profitierten.
Fuest verwies auf eine begrenzte Wirkung für Verbraucher. Bei 1.000 Kilometern im Monat und einem Verbrauch von sechs Litern liege die Ersparnis bei rund 10 Euro im Monat. Zugleich sprach er von wirtschaftlichen Kosten in Höhe von 2,5 Milliarden Euro.
DIW-Experte Tomaso Duso kritisierte ebenfalls die Verteilung der Entlastung. „Haushalte ohne Auto erhalten keine Entlastung und müssen die Maßnahme mitfinanzieren“, sagte er.
Die Bundesregierung hatte den Rabatt als Reaktion auf extrem hohe Spritpreise eingeführt. Der September war nach Angaben des Artikels bislang der teuerste Kraftstoffmonat, was auch die Inflation belastet habe. Vergleichbare Entlastungen hatte es bereits im Mai, im Juni und 2022 gegeben.