Die Konrad-Adenauer-Stiftung kommt in einer noch unveröffentlichten Studie zu dem Ergebnis, dass sich die AfD gegen zentrale Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung wendet und sich verfassungsfeindlich verhalte.
Stiftungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte der Süddeutschen Zeitung, innerhalb der AfD gebe es Vorstellungen, die sich gegen diese Grundprinzipien richteten. Die Studie wirft der Partei vor, einen „Mehrheitsabsolutismus“ zu propagieren.
Nach der Analyse werde der Mehrheitswille als unbegrenzt dargestellt; unabhängige und repräsentative Institutionen sowie Grundrechte würden dadurch relativiert. Als weiteren Verstoß gegen das Verfassungsverständnis nennt die Studie ein ethnisch und abstammungsmäßig geprägtes Volksverständnis in Verlautbarungen der AfD.
Zudem kritisiert die KAS die Delegitimierung des Bundesverfassungsgerichts, staatlicher Institutionen, anderer Parteien und öffentlich-rechtlicher Medien. Auch beim Umgang mit der Religionsfreiheit sieht die Stiftung Defizite.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die AfD sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung wende und verfassungsfeindlich verhalte. Die Bestrebungen gingen demnach über bloße Kritik an Verfassungsgrundsätzen hinaus und seien mit der Ankündigung oder Aufforderung zu konkreten Aktivitäten zu deren Beseitigung verbunden.
Kramp-Karrenbauer war von 2018 bis 2021 CDU-Bundesvorsitzende und folgte in diesem Amt auf Angela Merkel.
