Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil will sich im Mai nach zwölf Jahren im Amt zurückziehen. Auch als SPD-Landeschef hört er Berichten zufolge auf. Gerüchte über einen möglichen Rückzug gab es bereits seit längerem.
SPD-Politiker Stephan Weil hört auf – als Ministerpräsident von Niedersachsen und auch als dortiger Landeschef seiner Partei. Das hat Weil nach NDR-Informationen am Morgen dem Parteivorstand auf einer Klausurtagung in Springe mitgeteilt.
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wird er sich im Mai aus beiden Ämtern zurückziehen. Für den Nachmittag hat die SPD Niedersachsen ein Statement von Weil im Kurt-Schumacher-Haus in Hannover angekündigt.
Ende Mai wird neuer SPD-Landesvorsitz gewählt
Die Gerüchte über einen möglichen Rückzug des 66-Jährigen aus seiner Rolle als Landeschef gab es schon länger: Ende Mai muss die niedersächsische SPD wieder ihren Vorsitzenden wählen. Seit 13 Jahren hat Weil diese Rolle inne, die Wahl galt in dieser Zeit als Routine. Eine Übergabe des Vorsitzes – und auch des Ministerpräsidentenamtes – könnte dem Nachfolger einen Amtsbonus bei den Landtagswahlen 2027 verschaffen.
Als wahrscheinlichster Nachfolger gilt seit langem Wirtschaftsminister Olaf Lies – der Mann, der Weil 2013 beim innerparteilichen Rennen um die Spitzenkandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten herausforderte und verlor.
Ministerpräsident seit 2013
Weil ist seit Anfang 2013 Ministerpräsident und damit der drittdienstälteste Regierungschef hinter Reiner Haseloff (CDU/Sachsen-Anhalt) und Winfried Kretschmann (Grüne/Baden-Württemberg). Zuvor war er von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover.