Readly hat in Deutschland eine Umfrage zum Vertrauen in Medien beim sachlichen Vergleich von Parteiinhalten veröffentlicht. Danach liegt der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) vor Zeitungen und Magazinen sowie deutlich vor sozialen Medien.
37 Prozent der Befragten geben an, dem ÖRR eher zu vertrauen. Auf gedruckte und digitale Zeitungen sowie Magazine entfallen 27 Prozent, auf Personen oder Kanäle in sozialen Medien 15 Prozent.
Im Westen liegt das Vertrauen in den ÖRR mit 39 Prozent etwas höher als im Osten mit 31 Prozent. Über die meisten Parteianhängerschaften hinweg bewegt sich der Wert nach Angaben von Readly stabil zwischen 40 und 60 Prozent.
Ausnahmen nennt die Auswertung bei Befragten mit BSW-Wahlabsicht und bei AfD-Anhängern. In der ersten Gruppe liegt das Vertrauen bei 26 Prozent, in der zweiten bei 8 Prozent.
Bei Menschen, die ihre Nachrichten hauptsächlich aus klassischen Medien beziehen, vertrauen 44 Prozent dem ÖRR und 27 Prozent Zeitungen oder Magazinen. Unter Befragten, deren wichtigste Nachrichtenquelle soziale Medien sind, liegen die Werte bei 5 Prozent für den ÖRR und 6 Prozent für Zeitungen und Magazine.
In der Gesamtbevölkerung vertrauen 47 Prozent Newsfluencern und Social-Media-Kanälen nicht oder eher nicht. Unter denjenigen, die vor allem klassische Medien nutzen, sind es 73 Prozent. Gleichzeitig sagen 33 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, sie vertrauten Social-Media-Inhalten beim Parteienvergleich stark; bei Befragten ab 50 Jahren liegt dieser Wert bei 8 Prozent.
Gianfranco Pannucci, Head of Growth bei Readly, sagte: „Unsere Umfrage zeigt deutlich, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die etablierten Verlage ein unverzichtbares Ankerzentrum für das Medienvertrauen in Deutschland bilden. Gleichzeitig sehen wir, dass der Trend zu sozialen Medien als Hauptnachrichtenquelle die Wahrnehmung von Fakten verändert. Um dieser Vertrauenskluft entgegenzuwirken, ist ein breiter und niederschwelliger Zugang zu verlässlichem Journalismus über alle digitalen Kanäle hinweg wichtiger denn je.“
Er sagte zudem: „Es reicht nicht mehr aus, darauf zu warten, dass jüngere Zielgruppen von selbst zu klassischen Medien finden. Wir müssen ihre Medienkompetenz aktiv stärken und sie darin befähigen, digitale Inhalte kritisch zu hinterfragen.“
Die genaue Stichprobengröße, Methodik und Feldzeit der Umfrage nennt das vorliegende Material nicht.