Der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, fordert feste Quoten für Arzttermine in allen Praxen. Termine sollten nach medizinischem Bedarf vergeben werden und nicht danach, ob jemand gesetzlich oder privat versichert ist, sagte Blatt den Funke Medien.
Der Verband verlangt nach früheren Angaben eine tagesaktuelle Plattform, in die alle Praxen einen festen Anteil ihrer Termine einstellen. Ziel sei es, die Frage nach der Versicherungsart bei der Terminvergabe entbehrlich zu machen.
Blatt sagte, 75 Millionen Menschen seien gesetzlich versichert und finanzierten damit den allergrößten Teil der ärztlichen Honorare. Ein gesetzlich Versicherter sollte nicht allein deshalb zwei Wochen länger warten müssen, sagte er.
Die Benachteiligung gesetzlich Versicherter bei der Terminvergabe nannte Blatt eine „himmelschreiende Ungerechtigkeit“. Den Begriff Zweiklassenmedizin lehnte er ab. Im Krankenhaus und von den allermeisten Ärzten würden gesetzlich Versicherte genauso gut behandelt wie Privatpatienten, sagte er.
Die Ungleichbehandlung zeige sich vor allem bei den Wartezeiten auf Arzttermine. Knapp einen Monat zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz ebenfalls von einem Gerechtigkeitsproblem gesprochen, wenn privat Versicherte sofort jede Leistung bekämen und gesetzlich Versicherte Wochen und Monate warten müssten. Auch der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, hatte sich am Freitag für einen Umbau des dualen Systems ausgesprochen.
