Eine Politikerin steht im Plenarsaal vor einem grauen Hintergrund.

Rausch wird in Magdeburg mit zusätzlichen Stimmen zum Landtagspräsidenten gewählt

Oktober 7, 2026
1 min. lesezeit

Tobias Rausch ist im Magdeburger Landtag im ersten Wahlgang zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt gewählt worden. Er erhielt 48 von 82 Stimmen. Da AfD und BSW zusammen nur 44 Mandate haben, kamen mindestens vier Stimmen aus anderen Fraktionen hinzu.

Welche Fraktionen diese zusätzlichen Stimmen abgegeben haben, lässt sich wegen der geheimen Abstimmung nicht feststellen. Die CDU-Fraktion hatte zuvor angekündigt, sich zu enthalten; gezählt wurden fünf Enthaltungen.

Die CDU-Fraktion hat 15 Abgeordnete. Nach Angaben aus dem politischen Umfeld vermutet CDU-Bundestagsabgeordnete Serap Güler, dass auch Christdemokraten für Rausch gestimmt haben könnten. Sie sagte den Sendern RTL und ntv: „Wenn von 14, die mitgemacht haben, am Ende fünf Enthaltungen die Urne aufmacht, wird der eine oder andere CDUler diese Entscheidung mitgetragen haben“ und: „Ich glaube, das brauchen wir jetzt auch nicht schönreden.“

CDU-Chef Friedrich Merz mahnte mit Blick auf die Interpretation des Ergebnisses zur Vorsicht. Bei einer Veranstaltung von Handelsblatt und Wirtschaftswoche sprach er von einer möglichen „False-Flag-Operation“ anderer Parteien. Die Wahl verschärft in Sachsen-Anhalt die bundesweite Debatte über den Umgang der CDU mit der AfD.

Im Dezember steht in Sachsen-Anhalt die Wahl des Ministerpräsidenten an. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will antreten.

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