Sarah Vollath und Isabelle Vandre haben in einem Podcast von Finanzklar die geplante Reform zum Altersvorsorgedepot kritisiert. Im Mittelpunkt ihrer Einwände standen die Förderlogik, ein möglicher Auszahlungsgrenzwert von 85 Jahren und die Rolle privater Anbieter.
Vollath bemängelte, dass die staatliche Förderung mit den eigenen Beiträgen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer steigt. Dadurch würden nach ihrer Darstellung vor allem Menschen begünstigt, die sich mehr private Altersvorsorge leisten können. Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen hätten oft nicht den finanziellen Spielraum, um die Rentenlücke mit eigenen Einzahlungen auszugleichen.
„Das ist auch bei der neuen Reform so, dass die Höhe der Förderungen zum Beispiel mit den eigenen Beiträgen steigt. Das heißt, gerade die Leute, die sowieso schon mehr Geld haben, mehr Möglichkeiten haben anzusparen, werden auch noch stärker gefördert“, sagte Vollath.
Vandre nannte die Beitragsproportionalität eine zentrale Kritik ihrer Fraktion. Sie sprach sich dafür aus, den unteren Förderbereich zu stärken und die Unterstützung stärker am Einkommen auszurichten. In der Gesprächsrunde wurde zugleich darauf hingewiesen, dass bei kleineren Beiträgen die Förderung im Verhältnis zum Eigenanteil höher ausfällt.
Vollath verwies außerdem auf Risiken durch die Marktlage im Jahr des Renteneintritts. Wenn jemand in einer Wirtschaftskrise in Rente gehe und der Kapitalmarkt schwach sei, könne das die Renten aus dem Kapitalbaustein dauerhaft mindern. „Wenn man in einem Jahr der Wirtschaftskrise in Rente geht und der Kapitalmarkt gerade schlecht dasteht, [bekommt man] eine sehr schlechte Rente, und zwar lebenslang“, sagte sie.
Vandre kritisierte zudem eine von ihr genannte Altersgrenze von 85 Jahren im Auszahlungsplan. Wer länger lebe, könne dann im Alter ohne Zahlungen dastehen. Besonders Frauen könnten davon betroffen sein, da sie im Durchschnitt länger leben, sagte sie. Die Grenze solle gestrichen werden.
Finanzklar-Chef Juri Galkin stellte dazu klar, die 85-Jahre-Regel könne bei einer Vermittlung über einen Broker gelten, nicht aber bei einer Versicherung, die lebenslange Rentenzahlungen anbieten könne. Vollath sagte zugleich, sie bevorzuge ein staatliches Standardprodukt innerhalb des bestehenden Systems und bezweifle, dass ein Produkt noch staatlich sei, wenn private Anbieter es organisierten oder vertreiben würden.
Auch der Umgang mit Verbraucherinnen und Verbrauchern war Thema der Gesprächsrunde. Vandre sprach sich dafür aus, Finanzbildung als fächerübergreifendes Thema an Schulen zu verankern und Menschen vor „hochspekulativen“ und „problematischen Finanzprodukten“ zu schützen.
Die vollständige Unterhaltung wurde im Finanzklar-Podcast „Der Podcast zum Altersvorsorgedepot“ veröffentlicht.
