Unionspolitiker haben Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig aufgefordert, sich für ihre Kritik am Umgang der CDU mit der zurückgetretenen Arbeitsministerin Bärbel Bas zu entschuldigen.
Christoph Ploß verlangte, Schwesig solle ihren Vorwurf zurücknehmen. Er bezeichnete ihre Aussage als „ein übles Foul“ und sagte, die Bevölkerung erwarte zu Recht, dass die seit Wochen ausgearbeiteten Reformen nun umgesetzt würden.
Auch Unionsfraktionsvize Günter Krings wies die Vorwürfe zurück. Er erklärte, er sei über Schwesigs Aussagen „hochgradig verwundert“, und sagte, Schwesig habe für angebliche persönliche Angriffe auf Bas keine Beispiele nennen können, weil es diese nicht gegeben habe.
Krings forderte die Koalition auf, ihre Sachaufgaben abzuarbeiten, statt mit solchen Behauptungen von innerparteilichen Personaldebatten abzulenken. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen Reformvorhaben bei Rente und Arbeitsmarkt.
Der Streit folgt auf den Rücktritt von Bärbel Bas als Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende am 12. Oktober. Bas hatte ihren Abschied neben einem familiären Trauerfall auch mit öffentlichen Angriffen begründet, darunter aus den Reihen des Koalitionspartners.
Schwesig hatte sich nach dem Rücktritt öffentlich hinter Bas gestellt und das Vorgehen der CDU als „unmenschlich und rücksichtslos“ bewertet. Die Auseinandersetzung belastet damit weiter die schwarz-rote Koalition.
